Kölner Großbaustellen: Verzögerung bei fast allen Projekten

Verkehrsdezernentin Blome will Überschneidungen der Projekte verhindern.

Die Stadt hat bis zum Jahr 2027 mehr als 60 Großbauvorhaben auf den Kölner Straßen geplant – 20 davon sollen im laufenden Jahr begonnen oder fortgesetzt werden. Ein Blick auf die von der Verwaltung zusammengestellten Liste zeigt, dass sich bis auf wenige Ausnahmen sämtliche Projekte verzögern werden.

Das hängt vor allem damit zusammen, dass vorangegangene Vorhaben nicht rechtzeitig fertig geworden sind. „Wir haben Verzögerungen, weil wir Überschneidungen verhindern wollten“, sagte Verkehrsdezernentin Andrea Blome am Mittwoch. Für die Zukunft strebe sie eine effizientere Steuerung des Verkehrs an.

Blome will deshalb ein neues Amt für Verkehrsmanagement gründen, das unter anderem ein flexibles Umleitungsnetz aufbauen soll. Das soll Autofahrern ermöglichen, trotz der vielen Großbaustellen besser voranzukommen. Die vom Baustellenmanagement erfassten Daten sollen dort einfließen. Blome verspricht sich eine weitere Verbesserung, sobald der seit Jahren diskutierte neue Verkehrsrechner angeschafft wurde.

Die Zahl der Bauvorhaben bleibt konstant

Das Vergabeverfahren läuft zurzeit. Bis der Rechner nach dem Kauf auch tatsächlich eingesetzt werden kann, wird allerdings erneut einige Zeit vergehen, da das System zunächst eingestellt werden muss. Das wird laut Blome bis Mitte 2018 dauern.

Die Zahl der Bauvorhaben bleibt in den kommenden Jahren konstant. Auch für das nächste Jahr sind 20 Großbauvorhaben seitens der Stadt geplant. Zwar werden einige bis zum Dezember beendet sein, dafür werden aber im Gegenzug einige neue hinzukommen. Die wichtigsten aktuellen Baustellen im Überblick:

Stadtautobahntunnel

Der Kalker Stadtautobahntunnel bereitet nach wie vor die größten Probleme. Im Oktober 2016 wurde bekannt, dass der an der Decke des Tunnels aufgetragene Spritzbeton nur unzureichend haftete.

Die Arbeiten sollten sich daraufhin bis Ende März 2017 hinauszögern, mittlerweile wird der Dezember als Zielpunkt genannt, bis zu dem wieder in beiden Richtungen alle sechs Fahrspuren zur Verfügung stehen sollen. Bis Ende 2018 werden, ohne Beeinträchtigung des Verkehrs, die Außenanlagen vervollständigt.

Wer für den fehlerhaften Spritzbeton bezahlen muss, ist indes noch unklar. Die Stadt und die Arbeitsgemeinschaft der beteiligten Bauunternehmen haben ein außergerichtliches Gutachten in Auftrag gegeben. „Ich will noch keine Tendenz dazu abgeben, wie das Ergebnis ausfällt, aber ich bin entspannt“, sagt Gerd Neweling, Leiter des zuständigen Amts für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau. Die Beseitigung der Baumängel sei bereits angelaufen.

Tel-Aviv-Straße

Die Sanierung der Straßenbrücke an der Tel-Aviv-Straße in der Innenstadt hat Anfang Januar 2016 begonnen und sollte eigentlich ein Jahr dauern. Dieser Termin konnte jedoch nicht eingehalten werden, da sich das Bauwerk, das für Pendler als Verbindungsachse in den Kölner Süden von Bedeutung ist, in einem deutlich schlechteren Zustand befindet, als erwartet wurde.

Die Bestandsunterlagen hätten nicht mit der Realität übereingestimmt, so Neweling. Nachdem die Fertigstellung zunächst für Juli 2017 geplant war, ist jetzt von November die Rede.

Luxemburger Straße

Auf der Luxemburger Straße sollen zwischen 2017 und 2019 insgesamt 20 Ampelanlagen erneuert werden. Der Austausch sollte ursprünglich bereits im Herbst 2016 beginnen. „Wir sind dort nicht so schnell unterwegs, wie wir das geplant hatten“, sagte Klaus Harzendorf, Leiter des Amts für Straßen und Verkehrstechnik bereits im vergangenen Jahr.

Der Grund seien zusätzliche Planungen, um den Radverkehr zu verbessern. So sollen etwa vorgezogene Haltelinien für Radfahrer eingerichtet werden. Der Arbeiten sollen noch in diesem Quartal beginnen und bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

Berrenrather Straße

Mit der Berrenrather Straße wurde eine mögliche Problemstelle zumindest entschärft. Bislang sollte die Umgestaltung parallel zu den Arbeiten auf der Luxemburger Straße abgewickelt werden. Der Grund liegt in der Gestaltung, an die sich die Verwaltung noch einmal herangewagt hat, um die bestehende Planung auf Wunsch der Anwohner zu verbessern.

Als neuer Baubeginn wurde Anfang 2019 festgelegt, so dass der Ampelaustausch auf der Luxemburger Straße nur ein Jahr lang gleichzeitig stattfinden wird.

Bonner Straße

Die Verlängerung der Nord-Süd-Stadtbahn von der Schönhauser Straße bis zum Bonner Verteiler wird erheblichen Einfluss auf den Verkehrsfluss im Kölner Süden haben. Vor allem die aus Bonn kommenden Pendler müssen mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen.

Der Baubeginn hat sich bereits mehrfach verzögert, zuletzt aufgrund einer Klage einiger Anwohner vor dem Oberverwaltungsgericht Münster. Die Stadt will im Herbst damit beginnen, Bäume entlang der Bonner Straße zu fällen und möglicherweise auch umzupflanzen, um anschließend Bahnsteige und Gleisanlagen bauen zu können.

Leverkusener Brücke

Der Landesbetrieb Straßen-NRW hat angekündigt, für den Neubau der Leverkusener Brücke bereits Leitungen zu verlegen. Das sei in Abstimmung mit dem Bundesverwaltungsgericht Leipzig geschehen, das sich zurzeit mit einer Klage gegen das Vorhaben beschäftigt, so der zuständige Abteilungsleiter Andreas Zenz.

An der Anschlussstelle Niehl soll bis zum Juni 2017 eine fünfte Sperranlage für Lkw eingerichtet werden. Danach kann eine bislang gesperrte Spur wieder freigegeben werden. Zusätzlich werden die Äste der Anschlussstellen aufgeweitet, um die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Der Neubau einer Wendeanlage habe nicht ausgereicht, um den Verkehrsfluss dort ausreichend zu verbessern, so Zenz. Bis zum Ende des Jahres soll der Neubau der Brücke beginnen.

Zoobrücke

Die Vorbereitung für die Sanierung der maroden Fahrbahndecke der Zoobrücke hat am Dienstag mit leichter Verspätung begonnen. Bis zum November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit die Zoobrücke vor Beginn der Generalsanierung der Mülheimer Brücke wieder baustellenfrei ist. Ansonsten droht schlimmstenfalls ein Verkehrschaos, das vor allem Pendler betreffen wird.

Autobahnkreuz Köln-West

Nach mehr als fünf Jahren befindet sich der Umbau des Autobahnkreuz West in der entscheidenden Phase. Nachdem die A1 und die A4 im Kölner Westen auf je sechs Fahrstreifen ausgebaut sind, wird das Kreuz zurzeit an die neue Leistungsfähigkeit der Autobahnen angepasst.

Bis zum Ende des Jahres soll die Dauerbaustelle beendet sein. Auch die Anschlussstelle Frechen wird umgebaut.

Autobahnkreuz Köln-Nord

Der Neubau des Autobahnkreuzes Köln-Nord, an dem die Autobahnen A1 und A57 aufeinandertreffen, hat Anfang dieses Jahres begonnen und sollte ursprünglich bis Ende 2018 dauern.

Straßen-NRW hat das Datum der Fertigstellung jetzt auf das zweite Quartal 2019 verschoben....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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