Kölner Sängerin: Betty La Minga macht aus Volksliedern kräftige Soul-Songs

Sie nennt es „Save the German Liedgut“.

Die Mission ist gewaltig: Betty La Minga will das deutsche Liedgut retten. Aus den alten Weisen wird Tanzmusik. Die Kölner Schauspielerin und Sängerin erzählt uralte Geschichte vom Lindenbaum, in dessen Schatten manch süßer Traum geträumt wurde, völlig neu.

Auch ein Fahrtenlied wie „Wenn die bunten Fahnen wehen“ oder das niemals kleinzukriegende „Die Gedanken sind frei“ kommen als Soul-Nummern im Stile der 60er und 70er Jahre daher, als das Plattenlabel Motown einer ganz wunderbaren Musikrichtung den Namen gab. Da wird nichts parodiert, nichts lächerlich gemacht. Die Komikerin des Impro-Duos Frizzles nimmt die Texte ernst, gibt ihnen neuen Charme und Schwung. Nie klapperte die Mühle schöner am rauschenden Bach. Das Publikum übernimmt den Background-Gesang.

Lieder inklusive Filmchen und Kneipen-Quiz

Zu ihren Liedern erzählt Betty La Minga eine etwas krude Geschichte, wie es zu der energischen Entstaubung von Volksmusik kam. In einer Kuckucksuhr habe sie Noten und einen Hilferuf aus Amerika gefunden: „Save the German Liedgut“, habe es da geheißen. Aus dem Aufruf wurde das Motto ihres Programms. Das erste Ziel der Mission war eine aufwendige Studioproduktion mit erstklassigen Kölner Musikern. Vier Titel werden von satten Bläsern ordentlich durchgepustet, von kristallklaren Gitarren-Grooves und Glamour-Chorgesang veredelt, darunter der mehr als 200 Jahre alte Allzeit-Hit „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius.

Da sich das nicht so einfach auf die Bühne bringen lässt, hat Betty La Minga zusammen mit Pianist Andreas Hirschmann und Schlagzeuger Martell Beigang ein Live-Programm für die Kneipe entwickelt. Das Publikum darf staunen: Auch mit nur zwei Musikern lässt sich mächtig Dampf machen. Für ein paar Nummern kommt das große Ensemble als Halb-Playback dazu. Dazu gibt’s kleine Filmchen und ein munteres Kneipen-Quiz rund um das legendäre Fahrtenliederbuch mit dem seltsamen Namen „Mundorgel“, das in Köln erfunden wurde und mehreren deutschen Nachkriegsgenerationen die Texte zum Lagerfeuersingen geliefert hat. „Was sucht die Affenbande im Wald?“ oder „Wer verliebte sich in den Harung, jung und schlank?“

Da werden Erinnerungen wach. Natürlich darf nicht nur mitgeraten, sondern auch mitgesungen werden. „Abendstille überall“ zelebriert die Showmasterin mit ihrem Kneipenpublikum als Kanon. Wer Teil davon war, geht von Soulmusik beseelt nach Hause, um noch ein bisschen durch die Straßen zu tanzen. „Nun, Brüder, eine gute Nacht! Der Herr im hohen Himmel wacht! In seiner Güte, uns zu behüten, ist er bedacht.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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