Betonwüsten-Flair: Maternuskirchplatz in der Kölner Südstadt soll verschönert werden

Zunächst soll die Oberfläche des Platzes erneuert werden.

Der Maternuskirchplatz zwischen Alteburger und Bonner Straße soll schöner werden. Darin sind sich Politik, Kirchengemeinde und Verwaltung seit langem einig.

Auch Passanten schätzen den kleinen Platz vor der namensgebenden Kirche und machen sich Gedanken um seine Gestaltung. Familienvater Tobias Peiffer, der mit seiner Frau und der neun Monate alten Tochter unterwegs ist, hofft, dass der Platz nicht zum Parkraum wird: „Es wäre schön, wenn man sich weiterhin unter die Bäume setzen könnte. Der Platz an sich ist ja schon schön.“ Er hat zudem eine besondere Beziehung zu ihm: Seine Frau und er haben 2010 in der Kirche geheiratet.

Moritz Zimmermann, 28, findet, dass man den Asphalt, der von den Wurzeln der Bäume hochgehoben wurde, mal in Stand setzen könnte. „Ich wohne jetzt sechs Jahre hier und es hat sich bisher nichts verändert.“ Eher selten sind die Stimmen, die bei dem Platz keinen Handlungsbedarf sehen. In Köln gebe es wesentlich misslungenere Plätze, findet etwa Henrik Rochow, 45: „Hier stehen wenigstens noch alte Bäume.“ Zudem seien in der Südstadt im Moment andere Dinge wichtiger.

Neugestaltung wieder auf Tagesordnung der nächsten Bezirksvertreter-Sitzung

„Der Teer muss weg“, fordert Andreas Hupke, Bezirksbürgermeister und Grünen-Mitglied über den Bodenbelag, der im Verbund mit den grauen Hochbeeten Betonwüsten-Flair verbreitet. „Wir wollen eine größtmögliche Entsiegelung“, sagt auch Barbara Ellerbrock vom Kirchenvorstand der Severinsgemeinde. Die Renovierung der Hauptkirche Sankt Severin neigt sich dem Ende zu. Sankt Maternus, nach dem ersten Kölner Bischof benannt und Heinrich Bölls Taufkirche, diente der Gemeinde in der Zwischenzeit als Ausweichquartier. Gerne hätte der Vorstand gesehen, dass der Platz rechtzeitig vorher umgestaltet worden wäre. Ein Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses aus dem Jahr 2011 wies die Verwaltung an, das in Angriff zu nehmen. Passiert ist bis heute: nichts.

In der nächsten Sitzung der zuständigen Bezirksvertreter steht der Platz wieder auf der Tagesordnung. Die Grünen-Fraktion schlägt ein vorübergehendes Konzept für die nächsten fünf Jahre vor. Danach soll endlich die Neugestaltung erfolgen. Das Ziel sei ein „Quartiersplatz“. Der Antrag bekräftigt den früheren Beschluss, der auf die Initiative der Bezirkspolitiker zurückgeht. Andreas Hupke sagt, er sei in der Zwischenzeit in die „Mühlen der kommunalen Verwaltung“ geraten. Das stimmt aber nur zum Teil. Vielmehr muss die Verwaltung offenbar zwischen Politik und Kirchengemeinde ausgleichen.

Zunächst soll Oberfläche des Platzes ausgetauscht werden

Zur Vorgeschichte: Der Architekt Gunther Vettermann hatte seinen Studenten an der FH 2009 aufgetragen, Entwürfe für den Platz anzufertigen. „Mit einfachen Mitteln kann man auf dem Platz viel erreichen“, sagt er. Auch Ellerbrock von der Gemeinde sieht das so. Das Problem: Der Entwurf, der Politikern und Besuchern am besten gefiel, sei laut Ellerbrock eher von einer „großen städtischen Geste“ geprägt, die sie und der Kirchenvorstand wenig angemessen fanden.

Der Urheber, der damals Student war, arbeitet inzwischen als Architekt in einem Kölner Büro. Seine Pläne zeigen einen Platz mit halbhohen Lichtstelen und einem edlen Bodenbelag, ein Café in den Räumen der Gemeinde mit Stühlen und Tischen davor, einige Bäume und ein großes Beet. In der Gemeinde war man nicht begeistert. In dem Gebäude, das als Café gezeigt wurde, ist die Jugendgruppe untergebracht. Auch den Platz stellt sich Ellerbrock anders vor. „Wir möchten nicht so viel versiegelte Fläche und wenig künstliches Licht“, sagt sie. Sie ist ebenfalls Architektin und weiß, mit welchen Vorstellungen Studenten entwerfen, verweist jedoch auf die schlichten Plätze in der Umgebung wie das Eierplätzchen, die allesamt ohne Pflasterung auskommen. Seine Ablehnung habe der Kirchenvorstand der Verwaltung mitgeteilt.

Dennoch hat sich der Entwurf in den politischen Gremien als Grundlage durchgesetzt. Die Verwaltung hat angekündigt, im nächsten Jahr zunächst einmal die bisherige Oberfläche durch eine sogenannte wassergebundene Decke zu ersetzen. Darüber hinaus dürfte aber erst Bewegung in die Sache kommen, wenn sich Bezirksvertreter und Kirchengemeinde einig werden....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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