Kölner Silvesternacht: Scharfe Kritik an Verantwortlichen

Die Reduzierung der angeforderten Kräfte war ein «grober Fehler» mit fatalen Folgen, so das Eergebnis des Ausschusses. Foto: Markus Böhm

Fast 15 Monate nach den massiven Übergriffen auf Frauen in der Kölner Silvesternacht hat der Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags Bilanz gezogen. Im Entwurf seines Abschlussberichts erhebt das Gremium nach Informationen der Zeitung «Express» schwere Vorwürfe gegen die Verantwortlichen.

«Die Übergriffe der Silvesternacht 2015/2016 hätten, zumindest weitgehend, verhindert werden können, wenn schon bei den ersten Straftaten frühzeitig und entschlossen durchgegriffen worden wäre. Für ein solches Vorgehen fehlten der Überblick und die nötigen Kräfte», zitiert das Blatt aus dem Papier.

Die Einsatzplanung der Stadt Köln und der Landespolizei wird dem Bericht zufolge wegen mangelnder Berücksichtigung der Erfahrungen aus den Vorjahren als «unzureichend» bezeichnet, die Reduzierung der angeforderten Kräfte durch das Land als «grober Fehler» mit fatalen Folgen bewertet.

Am Kölner Hauptbahnhof waren in der Silvesternacht Hunderte Frauen vor den Augen von Landes- und Bundespolizei drangsaliert, ausgeraubt und sexuell belästigt worden. Bei der Staatsanwaltschaft Köln gingen mehr als 1200 Strafanzeigen ein, mehr als 500 davon bezogen sich auf Sexualdelikte. Doch nur ein Bruchteil der Beschuldigten wurde bisher verurteilt, in der Mehrzahl wegen Diebstahls oder Hehlerei.

Der Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags sollte aufklären, wie es zu den Übergriffen kommen konnte.

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