Kölner Rucksackfirma „Fond of Bags“: Die Rebellen hinter Affenzahn, Satch und Ergobag

Mit ihren Rucksäcken machen die drei Kölner Gründer einen Millionen-Umsatz.

„To be fond of“ lässt sich aus dem Englischen mit den Worten „für etwas brennen“ übersetzen. Und das war es, was die drei Gründer der Kölner Taschenfirma Fond of Bags vor vielen Jahren, als sie auf der Suche nach einer Geschäftsidee waren, wollten – etwas tun, wofür sie brennen.

Über Jahre hinweg wälzten Sven-Oliver Pink, Florian Michajlezko und Oliver Steinki Ideen. „Wir haben aber nie etwas gefunden, für das wir wirklich gebrannt haben, bis Flo irgendwann aufgefallen ist, dass die Schulkinder unter der Last ihrer Schulranzen nach vorne gebeugt laufen, und er sich gefragt hat, warum die Trägersysteme aus dem Bergsport nicht auch für Schulranzen genutzt werden,“ erzählt Sven-Oliver Pink heute. Die Geschäftsidee war geboren.

Im Laden geschlafen und getüftelt

Im Februar 2010 gründen Steinki, Pink und Michajlezko ihr Unternehmen – damals noch unter dem Namen Ergobag. Steinki arbeitet vorerst für seinen alten Job in der Schweiz weiter, schreibt von dort den Finanzplan. Pink mietet ein Ladenlokal in Ehrenfeld an, zieht dort ein.

Auf einer grünen Couch im hinteren Teil des Ladens wird geschlafen, vorne an dem ersten Modell getüftelt mit einem ergonomischen Rückenteil und Beckenflossen, die sich dem Rücken des Kindes anpassen.

Sie fliegen nach China, um die erste Ware in Auftrag zu geben. Der Lieferant verlangt die Abnahme von 1000 Stück pro Farbe – und weil die Unternehmer jeweils drei Modelle für Jungen und für Mädchen anbieten wollen, muss Geld für 6000 Rucksäcke, insgesamt 240.000 Euro, aufgebracht werden. Die Familien und ein Kredit unterstützen das Vorhaben.

90 Händler im ersten Jahr überzeugt

Wochen später erreichen drei große Container das Rheinland, die auf dem Bauernhof von Steinkis Eltern ausgeladen werden. Die Unternehmer werden bei Geschäften in ganz NRW vorstellig, putzen Klinken, um ihre Rucksäcke bei Händlern bekanntzumachen. Abends treffen sie sich in ihrem Laden, um E-Mails abzuarbeiten und am Wochenende gilt es, die vielen Einzelteile der Schulranzen zusammenzusetzen – 80.000 Buntstifte in 4200 Mäppchen.

Eine kräftezehrende Zeit, doch „das war auch eine tolle Zeit. Man wollte nicht ins Wochenende und man wollte keinen Urlaub machen,“ so Pink. 90 Händler können sie im ersten Jahr überzeugen – in Köln etwa Lederwaren Vögels und Ortloff.

Im zweiten Jahr finden sie einen Investor, 400 Händler haben sie mittlerweile im Sortiment. Der Umsatz klettert auf 1,2 Millionen Euro.

Vertreten in über 30 Ländern

In den folgenden Jahren erweitern die Gründer ihr Angebot und entwerfen Taschen für ältere Schüler, Berufstätige und Sportler. Unter dem Dach von Ergobag entstehen die Marken Affenzahn, Satch, Aever, Pinqponq, Aep und eine Taschen-Kollektion in Kooperation mit der Kölner Taschenfirma Offermann.

Der ursprüngliche Firmenname wird in Fond of Bags umgeändert. In sieben Jahren hat das Unternehmen einen großen Sprung gemacht. In über 30 Ländern sind die Schulranzen und Taschen erhältlich, 1900 Händler verkaufen sie in Deutschland.

Heute 170 Mitarbeiter

Der Umsatz klettert im Geschäftsjahr 2015/16 auf 46 Millionen Euro. Aus dem Ladenlokal in Ehrenfeld ist ein großzügiges Dachgeschossbüro mitten in Ehrenfeld geworden, in dem heute 170 Mitarbeiter arbeiten.

Im November 2016 erhält das Unternehmen den deutschen Nachhaltigkeitspreis – ein Thema, für dass die Gründer und ihre Mitarbeiter ebenfalls brennen.

So lassen sie die Stoffe vieler Taschen und Rucksäcke aus geschredderten PET-Flaschen herstellen. Bis heute wurden 86 Millionen Flaschen (0,5 Liter) verarbeitet. Aus den Anfangstagen ist die alte Couch geblieben. Im kommenden Jahr muss sie noch einmal umziehen. Denn das Unternehmen baut seine eigenen Räume an der Vogelsanger Straße – mit eigenem Fitnessstudio und Kita für die Kinder der Mitarbeiter....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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