Training: Tierpfleger im Kölner Zoo arbeiten ohne Elefantenhaken

PETA hatte einem Zoo in Hannover Schikane der Tiere vorgeworfen.

22 von 24 Stunden haben die 15 Elefanten im Kölner Zoo freien Auslauf und können sich auf der zwei Hektar großen Anlage austoben. Die verbleibenden zwei Stunden nutzen die Tierpfleger für ein medizinisches Training. „Wir trainieren mit den Elefanten nur das, was wir für die Haltung benötigen“, betont Ingrid Wallner.

Die Tierpflegerin zeigt auch direkt, wie das aussieht: Sie stellt sich direkt vor das Gitter, das sie von den Elefanten trennt, und muss auch nicht lange auf Bindi warten. Die Elefantenkuh kommt dicht an die Pflegerin heran, zeigt nacheinander die Unterseiten ihre Füße und lässt geduldig Ohren, Schwanz und Haut kontrollieren. „So können wir die aufwändige Fußpflege durchführen und je nach Bedarf auch Blut abnehmen oder Fieber messen“, erklärt Wallner. Und nach einigen ermutigenden „Pischi-Pischi“-Zurufen der Pflegerin macht Bindi sogar auf Kommando Pipi – damit das Urin kontrolliert werden kann.

In Köln gibt es keine Elefantenhaken

„Wir wollen den Tieren hier keine Tricks beibringen, es geht nur darum, sie zu pflegen.“ Einige besonders wissbegierige Tiere bekommen jedoch spezielle Aufgaben, etwa einen Ball, der ins Gehege geworfen wird, wiederzubringen. „Das machen wir bei denen, die Lust dazu haben, um sie geistig zu fordern.“

Der Kölner Zoo setzt bei seiner Elefantenhaltung auf die moderne Protected Contact-Methode, bei der Pfleger keinen direkten Kontakt zu den Tieren haben. Diese Woche sorgte ein Video, dass Pfleger im Zoo Hannover beim Einsatz von Elefantenhaken gegenüber Jungtieren zeigt, bei Tierschützern für Empörung. Der Elefantenhaken wird bei der Kölner Methode nicht angewendet.

Am Sonntag ist Elefantentag im Kölner Zoo

Zwei bis dreimal pro Woche werde das medizinische Training durchgeführt, aber erst, wenn die Tiere ein halbes bis ein Jahr alt sind. „Wir beginnen damit, langsam Vertrauen zu den Tieren zu schaffen“, erklärt Ingrid Wallner. „Nach und nach bringen wir den Tieren dann bei, was sie tun sollen.“ Den meisten Tieren mache das Training sogar Spaß, sie genießen die Aufmerksamkeit.

Wer die Elefantenherde um die 3700 Kilo schwere Leitkuh Kreemblamduan einmal live erleben möchte, hat am Sonntag Gelegenheit dazu: Von 9 bis 18 Uhr ist „Elefantentag“ im Zoo. Halbstündliche Führungen und eine Elefanten-Matinee, die um 11 Uhr vom Giraffen- und Antilopenhaus direkt zu den Dickhäutern führt, sind einige der Highlights.

Zwischen 11.30 und 14.30 Uhr können wissbegierige Besucher auch die Tierpfleger-Sprechstunde nutzen, um eigene Fragen loszuwerden. Bastelstation, Schminkstand und Infostände zu Biologie, Sozialleben und Haltung von Elefanten runden den Aktionstag ab....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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