König: Schweden ist im Kampf gegen das Coronavirus "gescheitert"

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König Carl XVI. Gustaf kritisiert Stockholms Corona-Politik

Schwedens König hat deutliche Kritik am Umgang der Regierung mit der Corona-Pandemie geäußert. "Ich denke, dass wir gescheitert sind", sagte König Carl XVI. Gustaf am Donnerstag im schwedischen Fernsehen. "Viele Menschen sind gestorben, das ist furchtbar." Beobachter waren überrascht über die deutlichen Worte des Monarchen, der sich üblicherweise aus dem politischen Tagesgeschäft heraushält.

Schweden geht seit Beginn der Corona-Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung lange auf das Verhängen von Einschränkungen und sprach stattdessen Empfehlungen für die Bürger aus.

Als Reaktion auf die steigenden Neuinfektionen verhängte die Regierung Mitte November erstmals verbindliche Einschränkungen, unter anderem für Treffen in der Öffentlichkeit und den Verkauf von Alkohol. Treffen in privaten Wohnungen werden durch die Regelung jedoch nicht eingeschränkt und auch eine Maskenpflicht gibt es nicht.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Schweden knapp 350.000 Corona-Infektionen und rund 7800 Todesfälle registriert. Allein in der vergangenen Woche wurden 500 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet.

bfi/ans