Küsten-Niño und Hochwasser in Peru: Zehntausende stehen vor dem Nichts

Anhaltende Regenfälle und schwere Hochwasser haben in Peru bereits zehntausende Menschen ihrer Existenzgrundlage beraubt. Flüsse sind seit Tagen zu reißenden Strömen angeschwollen, die Dörfer verschlingen. Erdrutschte zerstören Straßen und bedrohen Siedlungen. Bisher sind mindestens 72 Todesopfer zu beklagen.

Schuld ist ein lokales Klimaphänomen, das Meteorologen “Küsten-Niño” nennen: Die Meerestemperatur vor der südamerikanischen Küste ist teilweise fast fünf Grad höher, als zu dieser Jahreszeit normal wäre. Das sorgt weiter südlich in Chile für extreme Trockenheit mit Waldbränden und nördlich in Peru für die heftigsten Regenfälle seit vielen Jahrzehnten.

Über eine halbe Million Menschen sind direkt betroffen, mindestens 70.000 haben all ihr Hab und Gut verloren. “Wir brauchen sauberes Wasser”, sagte eine Betroffene. “Wir sind ohne alles, ohne Haus. Wir sind ruiniert.” Die Trinkwassernetze sind vielerorts entweder kontaminiert oder zerstört.

Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski besichtigte das Ausmaß der Fluten vom Hubschrauber aus. Für den Wiederaufbau von Infrastruktur stellte die Regierung bisher umgerechnet über 700 Millionen Euro zur Verfügung. Vor allem die arme Bevölkerung fühlt sich mit ihren Existenznöten aber oft allein gelassen.

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