Kalifornischer Schweinswal tot im Golf von Mexiko entdeckt

Totes Vaquita-Baby im Golf von Mexiko

Ein Kalifornischer Schweinswal, eines der bedrohtesten Säugetiere überhaupt, ist tot an einem Strand im Golf von Mexiko gefunden worden. Wie die mexikanische Umweltbehörde am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte, wurde der Kadaver des 115 Zentimeter langen Tiers an einem Strand nördlich von San Felipe im Bundesstaat Baja California entdeckt. Es ist bereits das vierte verendete Exemplar der auch Vaquita genannten Tierart in diesem Jahr.

Wegen der bereits stark vorangeschrittenen Verwesung war das Geschlecht des Tieres für die Experten nicht auszumachen. Die Art der festzustellenden Verletzungen ließ aber darauf schließen, dass der Golftümmler in Fangnetze von Fischern geriet. Dies könnte zu seinem Tod geführt haben.

Meist sind die Fischer mit ihren Stell- oder Treibnetzen illegal auf der Jagd nach einer anderen gefährdeten Tierart, dem Fisch Totoaba. Dessen Schwimmblasen gelten insbesondere in China als Delikatesse und können dort Preise von umgerechnet mehr als 18.000 Euro pro Kilogramm erzielen.

Der Kalifornische Schweinswal wird ausgewachsen bis zu anderthalb Meter lang und gehört damit zu den kleinsten Walen der Welt. Wissenschaftlern zufolge gibt es nur noch knapp 30 Vaquitas. Im Jahr 2014 waren es noch fast hundert, 2012 doppelt so viele. Bereits im Jahr 2022 könnte die Spezies demnach vollständig ausgestorben sein.

Der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto setzte 2015 die Marine dazu ein, illegale Fischerei zu stoppen. Zudem vergrößerte er die Schutzzone für Schweinswale und verbot die Verwendung von Stellnetzen für die Dauer von zwei Jahren. Im vergangenen Jahr wurden zudem Drohnen zur Überwachung der entsprechenden Meeresgebiete eingesetzt.

Anfang April kündigte die Regierung einen Plan an, demzufolge einige der frei lebenden Vaquitas mit Unterstützung internationaler Umweltschutzorganisationen "vorübergehend" an geschützte Orte gebracht werden sollen. Tierschützer kritisieren das Vorhaben und verweisen darauf, dass der Kleinwal bei einem Leben in Gefangenschaft Schaden nimmt.

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