Kampf gegen Engpässe: London entsendet 200 Militärs an die Treibstoff-Front

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Großbritannien wartet händeringend auf Verstärkung und die wird schon bald durch das Militär gestellt. Spätestens am Montag werden 200 Soldatinnen und Soldaten den Kampf gegen die Versorgungskrise mit Treibstoff aufnehmen.

Hintergrund ist der Mangel an Truckerinnen und Trucker, der sich auch auf Supermärkte und andere Läden auswirkt.

Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace bestätigte die seit Tagen kursierenden Gerüchte und nannte genaue Zahlen: "Ja, ihre Zahl wird in der nächsten Woche auf über 200 steigen. Die ersten werden dieses Wochenende wirklich durcharbeiten und am Montag in Vollbetrieb gehen, wahrscheinlich eher auf eigene Faust. Und dann werden gegen Ende der Woche weitere 60 bis 70 dazukommen. Bis zum Ende der Woche werden es also mindestens 200 sein."

"Sechs oder sieben Tankstellen anfahren"

Beschwichtigungen durch Regierung und Tankstellenverband können nicht davon ablenken, dass vielerorts weiter Chaos herrscht. Nach Angaben des britischen Tankstellen-Verbands zeichnet sich in Schottland und im Norden Englands eine Entspannung ab. Aber in London und dem Südosten des Landes verschärfte sich das Versorgungsproblem sogar.

Tankstellenkunde Lee Henderson hat seinen Tank gerade voll gemacht und meinte: "Wenn sie nicht sechs oder sieben Tankstellen anfahren müssen, können Sie sich glücklich schätzen."

Die Regierung setzt nahezu verbissen weiter auf die britische Strahlkraft in Europa. Sie versucht mit Sonder-Visa sofort 300 ausländische Lkw-Fahrer anzuwerben, die dann nicht nur bis Weihnachten, sondern bis März bleiben dürfen. Ob das für die in Frage kommenden Kräfte, die überwiegend in Osteuropa leben dürften, attraktiv genug ist, bleibt abzuwarten. Schließlich schlägt die Inflation auch in Großbritannien voll durch und in Folge dessen steigen die Lebensmittelpreise. Für viele, sich selbst versorgende Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer könnte das ein weiteres Argument gegen ein relativ kurzes Engagement sein.

Kein rein britisches Problem

Medienberichten zufolge fehlen landesweit 100.000 Truckerinnen und Trucker. Viele Lücken sind durch den Brexit-bedingten Wegzug von ausländischen Arbeitskräften entstanden, aber auch die Pandemie hat ihren Teil dazu beigetragen. So konnten etwa Führerscheinprüfungen lange Zeit nicht durchgeführt werden. Deshalb hängen viele Anwärterinnen und Anwärter in einer Art Warteschleife. Und es ist bei weitem kein rein britisches Problem. Nach Berichten von französischen Medien zeichnet sich auch dort ein gavierender Personalmangel in der Lkw-Branche ab. Drastische Auswirkungen seien aber noch nicht zu spüren

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