Kanadischer Pipeline-Konzern beantragt Genehmigung für umstrittene Keystone-XL

Umweltschützer demonstrieren gegen die Pipeline

Zwei Tage nach der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, zwei hochumstrittene Pipeline-Projekte wiederzubeleben, hat das kanadische Pipeline-Unternehmen TransCanada eine Baugenehmigung für die Keystone-XL-Leitung beantragt. In der Erklärung teilte der in Calgary ansässige Konzern am Donnerstag mit, es habe einen "Genehmigungsantrag" beim US-Außenministerium für das Projekt gestellt.

Die Pipeline könne dazu beitragen, den "wachsenden Energiebedarf" der USA zu stillen, zudem würden durch den Bau "zehntausende gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen", schrieb TransCanada in seiner Mitteilung. Den Profit für die US-Wirtschaft bezifferte das Unternehmen auf 3,4 Milliarden Dollar (rund 3,2 Milliarden Euro).

Trump hatte am Dienstag die beiden hochumstrittenen Pipeline-Projekte wieder aufgelegt. Er unterzeichnete zwei Dekrete, mit denen er sowohl die Keystone-XL- als auch die Dakota-Access-Pipeline neu genehmigte. Beide Ölprojekte waren unter seinem Vorgänger Barack Obama gestoppt worden. Die kanadische Regierung begrüßte die Entscheidung. Umweltschützer kritisierten die Maßnahme scharf.

Die Pipeline Keystone XL soll Öl aus den Teersandvorkommen in der kanadischen Provinz Alberta zu Raffinerien im US-Bundesstaat Texas befördern. Nach mehr als siebenjähriger Prüfung des Projektes entschied Obama aber im November 2015, dass das Vorhaben nicht im nationalen Interesse der USA sei. Er begründete seine Ablehnung vor allem mit Klimaschutz-Bedenken.

Noch heftiger war die Gegenwehr in den vergangenen Monaten gegen die Dakota-Access-Ölpipeline. Nach erbitterten Protesten von Ureinwohnern und Umweltschützern verhängte das Ingenieurskorps der US-Armee Anfang Dezember einen vorläufigen Baustopp und ordnete die Prüfung von Alternativen zum bisherigen Leitungsverlauf an. Die Pipeline soll von North Dakota durch mehrere Bundesstaaten bis nach Illinois verlaufen.