Kanzleramt: Wirbel um Nazi-Teppich

Jahrzehntelang blieb es unbemerkt: In Räumlichkeiten des Bundeskanzleramts befindet sich ein Teppich aus der Sammlung von Hermann Göring. Dies geht aus einem Bericht des "Spiegel" hervor. Nun steht man in Berlin vor der schwierigen Frage, was mit dem umstrittenen Stück Stoff geschehen soll.

Das Palais Schaumburg: Im zweiten Amtssitz der Kanzlerin befindet sich der Nazi-Teppich. (Bild: dapd)Der Teppich aus der Sammlung von Hitler-Gefolgsmann Göring liegt einer Sprecherin zufolge allerdings nicht im Berliner Regierungsviertel, sondern im Bonner Palais Schaumburg, dem zweiten Dienstsitz des Bundeskanzleramtes. Man sei "noch in der Entscheidungsphase", was mit dem Teppich geschehe.

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Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte in seiner aktuellen Ausgabe über zahlreiche Kunst- und Einrichtungsgegenstände berichtet, die die Nationalsozialisten gesammelt hatten und die teilweise noch heute in Dienststellen des Bundes Verwendung fänden. In dem Artikel war auch von einem Perserteppich aus der Sammlung Göring die Rede, der seit Jahren im Kanzleramt liege.  Aus dem Bundespresseamt hieß es Mittwoch allerdings, bei dem Teppich im Palais Schaumburg handle es sich nicht um Raubkunst. Göring habe das umstrittene Stück ganz regulär gekauft. 

Auch englische Boulevardmedien griffen den Fall auf - sie berichten gar, Angela Merkel sei "wütend" über die peinliche Entdeckung.

dpa/Yahoo! Nachrichten

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