Kanzlerin Merkel äußert sich zu Wahl-Sieg von Joe Biden

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Kanzlerin Merkel hatte Biden und Harris schon am Wochenende kurz zum Sieg bei der US-Wahl gratuliert. Jetzt sagt sie ausführlicher, was sie vom neuen Spitzenteam der USA erwartet. Und sie macht ein Angebot.

Kanzlerin Angela Merkel. (Bild: Boris Streubel/Getty Images)
Kanzlerin Angela Merkel. (Bild: Boris Streubel/Getty Images)

Berlin (dpa) - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den USA nach dem Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentenwahl ein stärkeres deutsches Engagement in Sicherheitsfragen angeboten. «Wir Deutsche und wir Europäer wissen, dass wir in dieser Partnerschaft im 21. Jahrhundert mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen», sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin. «Amerika ist und bleibt unser wichtigster Verbündeter, aber es erwartet von uns - und zurecht - stärkere eigene Anstrengungen, um für unsere Sicherheit zu sorgen und für unsere Überzeugungen in der Welt einzutreten.»

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Bei der US-Präsidentenwahl hatte der demokratische Kandidat Biden am Samstag nach vier Tagen Stimmenauszählung eine sichere Mehrheit erreicht. Der amtierende Präsident Donald Trump will die Wahl nicht anerkennen und den Wahlausgang vor Gericht anfechten. Dazu äußerte Merkel sich nicht. Sie erwähnte Trump mit keinem Wort.

Die Kanzlerin hatte Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris bereits am Samstag per Twitter gratuliert und ihre Freude auf die künftige Zusammenarbeit ausgedrückt. «Joe Biden bringt die Erfahrung aus Jahrzehnten in der Innen- wie in der Außenpolitik mit. Er kennt Deutschland und Europa gut», sagte sie nun. Sie erinnere sich gerne an gute Begegnungen und Gespräche mit ihm.

Merkel würdigte auch, dass Harris als erst Frau und als Kind zweier Einwanderer zur Vizepräsidentin gewählt wurde. Sie sei «für viele Menschen eine Inspiration, ein Beispiel für die Möglichkeiten Amerikas».

Die Freundschaft zwischen Deutschland und den USA habe sich über Jahrzehnte bewährt, sagte Merkel. «Das ist ein gemeinsamer Schatz, wir sollten immer weiter an ihr arbeiten.» Die USA und Deutschland als Teil der EU müssten zusammenstehen, um die großen Herausforderungen der Zeit zu bewältigen. Merkel nannte die Corona-Pandemie, den Kampf gegen die Erderwärmung und den Terrorismus und die Bemühungen um eine offene Weltwirtschaft und freien Handel. «Denn das sind die Grundlagen unseres Wohlstands beiderseits des Atlantiks.»

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Merkel hob auch die wichtige Rolle der USA für die deutsche Wiedervereinigung hervor: «Sie wäre ohne das Vertrauen gerade auch der Amerikaner nicht möglich gewesen. Dafür werde ich immer dankbar sein.» Die Deutschen hätten direkt erfahren, welche wichtige Rolle die Vereinigten Staaten für die Freiheit und die Demokratie in der Welt spielten.

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