Kapstadt nimmt mit interreligiöser Trauerfeier Abschied von Erzbischof Tutu

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Angehörige der Khoisan gedenken des Verstorbenen (AFP/RODGER BOSCH) (RODGER BOSCH)

Mit einer interreligiösen Trauerfeier hat Kapstadt am Mittwoch Abschied von dem verstorbenen Erzbischof Desmond Tutu genommen. Vertreter der christlichen, buddhistischen, jüdischen, muslimischen und traditionellen afrikanischen Religionen sprachen Gebete zu Ehren des ersten schwarzen anglikanischen Erzbischofs von Kapstadt.

Bei der farbenfrohen Zeremonie in der Stadthalle trugen viele Angehörige und Politiker in Erinnerung an die purpurfarbenen Kirchengewänder des Verstorbenen ebenfalls violette Kleidung. Ein emotionaler Höhepunkt der Trauerfeier war der Auftritt der südafrikanischen Sängerin Zolani Mahola, die mit dem 80er-Jahre-Hit "Paradise Road" eine inoffizielle Hymne des Anti-Apartheid-Kampfes sang.

Sowohl die Stadthalle als auch der berühmte Tafelberg, der Kapstadt überragt, sind die ganze Woche über nachts violett angestrahlt, ebenfalls im Gedenken an den Friedensnobelpreisträger.

Kapstadts Bürgermeister Geordin Hill-Lewis betonte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Farbe auch eine historische Bedeutung habe: Bei Protesten gegen die Rassentrennung während des Apartheid-Regimes habe die Polizei in den 1980er Jahren Demonstranten oft mit Hilfe von Wasserwerfern mit violetter Farbe besprüht, um sie leichter identifizieren und festnehmen zu können.

Tutu, der 1984 für seine Opposition gegen das Apartheid-Regime in Südafrika den Friedensnobelpreis erhalten hatte, war am Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Er soll am 1. Januar beigesetzt werden.

ck/noe

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