Wer ist zuständig?: Marode Rolltreppen und defekte Lifte an KVB-Haltestellen

Wartungsarbeiten im Streckennetz verzögern sich immer wieder.

Mal fällt bei einem U-Bahn-Lift die elektronische Steuerung aus, mal versagt der Motor einer Rolltreppe. Dass alle 61 Aufzüge und 264 Fahrtreppen an den Haltestellen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) gleichzeitig ihren Dienst verrichten, dürfte seit Jahrzehnten nicht mehr vorgekommen sein.

Kein Tag, an dem beispielsweise Eltern mit Kinderwagen nicht gezwungen sind, den unbequemeren Weg über die Betontreppe zu nehmen.

KVB hat mehrere Wochen auf ein Ersatzteil gewartet

Ob, wie zuletzt geschehen, die KVB AG von Anfang Februar bis Ende März auf ein neues Tragseil für einen defekten Aufzug am Ebertplatz wartet, oder die Rolltreppen am Wiener Platz, Neumarkt sowie an anderen Verkehrsknotenpunkten der Stadt im Berufsverkehr ausfallen – den Nachteil haben stets die Kunden der KVB.

Derzeit sind zwei Aufzüge defekt, einer am Heumarkt, einer an der Bickendorfer U-Bahn-Station Akazienweg. Vertreter der Stadtverwaltung und der KVB versichern grundsätzlich, den Fahrgästen so wenig Ausfälle wie möglich zuzumuten. Der 1973 unterzeichnete U-Bahn-Vertrag und der 25 Jahre alte Stadtbahn-Vertrag bestimmen, wer für welche Aufgabe zuständig ist. Der „Kölner-Stadt-Anzeiger“ gibt einen Einblick in das Regelwerk.

Die Rolltreppen

Hier wird unterschieden zwischen den Kategorien „Wartung und Reparatur“ sowie „Anschaffung“. Während die Stadt für Investitionen in solche Fahrtreppen verantwortlich ist, die von der Straßenebene bis zum Verteilerbereich der Stationen führen, finanziert die Tochtergesellschaft KVB die Anlagen zischen Verteilerebene und Bahnsteig. Für die Wartung und das Instandsetzen der Rolltreppen sind ausschließlich die Verkehrs-Betriebe zuständig. Der Leiter des Amtes für Stadtbahnbau, Gerd Neweling, kündigte an, dass die Stadt demnächst ein halbes Dutzend defekter Rolltreppen ersetzen werde, unter anderem am Friesenplatz. 

Die Aufzüge

Die Aufzüge an den Bahnstationen befinden sich in der Zuständigkeit der KVB. Das Unternehmen beauftragt für die Wartung und Instandhaltung der Anlagen Fremdfirmen. Das soll sich vom kommenden Herbst an teilweise ändern. „Von Oktober an wollen wir die Wartung einiger Aufzüge in Eigenregie übernehmen“, kündigt KVB-Sprecher Matthias Pesch an. Inwieweit lange Lieferfristen für Ersatzteile und damit zusammenhängende Verzögerungen bei Reparaturen bei dem Entschluss eine Rolle gespielt haben, ließ er offen. Dass sich die KVB davon einen direkteren Einfluss verspricht, um laut Pesch „Ausfälle so gering und kurz wie möglich zu halten“, scheint offensichtlich. Auf ihrer Internet-Seite informiert die KVB darüber, welche Aufzüge gerade außer Betrieb sind. Diesen Service wolle das Unternehmen auf defekte Rolltreppen im Streckennetz ausweiten, sagte Pesch. Noch allerdings sind die Anlagen technisch nicht in der Lage, Fehlermeldungen automatisch an die KVB-Leitstelle zu senden.

Die Haltestellen

Bis auf die Stationen der neuen Nord-Süd-Stadtbahn befinden sich alle Bahnhaltestellen im Eigentum der Stadt. Die KVB sind von der Verwaltung mit der Reinigung und Instandhaltung beauftragt worden – und erhalten dafür jährliche mehrere Millionen Euro.

Es gibt Ausnahmen: Nachträglich im Auftrag der Stadt vorgenommene Änderungen, etwa durch künstlerische Gestaltung wie an den Stationen Leyendeckerstraße, Piusstraße und Venloer Straße/Gürtel in Ehrenfeld, lassen die Zuständigkeiten wechseln. Wird ein Kunstwerk durch Graffiti beschmutzt, übernehmen Fachleute der Verwaltung die Reinigung.

Für Sicherheit und Service in den Stationen sind allein die Verkehrsbetriebe zuständig. „Dafür setzen wir 240 Mitarbeiter ein“, sagt Pesch. „80 arbeiten ausschließlich als Kontrolleure, 140 Kolleginnen und Kollegen sind als Ansprechpartner für Kunden und als Sicherheitspersonal im Einsatz.“ Weitere 20 übernehmen Sonderaufgaben, etwa als Brandwache während der Sanierung von Brandschutzanlagen. Um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern, gibt es seit dem vorigen Monat gemeinsame Streifen der KVB und der Polizei.

Informationen zu Fahrplan, aktuellem Betrieb, dem Streckennetz sowie zum Unternehmen generell bieten die KVB im Internet:

www.kvb-koeln.de....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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