Kardinal Marx würdigt Angela Merkel als beispielhafte Christin

Kardinal Reinhard Marx

Kardinal Reinhard Marx hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als "überzeugendes Beispiel" einer Christin gewürdigt. "Politik betreibt die Bundeskanzlerin aus dem christlichen Glauben heraus", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch in seiner Laudatio auf die Kanzlerin bei der Verleihung des Eugen-Bolz-Preises 2017 in Stuttgart. Dabei trage sie jedoch ihre Überzeugungen nicht vor sich her, sondern lebe den Glauben "eher unaufdringlich als politische Grundlage".

Marx sagte laut Redemanuskript: "Das Wissen, dass sich das Paradies auf Erden nicht herstellen lässt, gibt den Christen Gelassenheit in den vorletzten Dingen. Diese innere Ruhe strahlt Angela Merkel aus." Aber sie wisse auch, dass Christen der Welt nicht einfach ihren Lauf lassen dürften, sondern sie mitgestalten müssten. "Dafür gibt uns Angela Merkel ein überzeugendes Beispiel."

Ausgangspunkt für die Verleihung des Preises seien die Aufnahme der Flüchtlinge in Deutschland und die Förderung der Bereitschaft, Menschen in Not bei uns willkommen zu heißen. "In einer kritischen Phase Europas haben Sie ein wichtiges Zeichen für Humanität gesetzt und in der Politik ein Beispiel christlicher Nächstenliebe gegeben", sagte der Kardinal. Die Preisverleihung sei Ausdruck dafür, dass Merkels Einsatz geschätzt werde und die Kanzlerin nicht allein sei. Die Kirche begleite sie mit ihrem Gebet.

Eugen Bolz war Politiker der katholischen Zentrumspartei. Er hatte sich für die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 für ein Regierungsamt für den Fall eines erfolgreichen Hitler-Attentats zur Verfügung gestellt und war nach dem Putsch festgenommen und später hingerichtet worden. Die katholische Kirche würdigt Bolz als Märtyrer.

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