Karls Kiosk: Was ist eigentlich ein Gesundheitskiosk?

Gibt es bald auch ärztlichen Rat beim Kiosk um die Ecke? Gesundheitsminister Karl Lauterbach plant bundesweit sogenannte Gesundheitskioske einzuführen. Was sie anbieten sollen und für wen sie gedacht sind, ist bereits klar.

Einfach vorbeigucken und bekommen, was man braucht: Das ist das Konzept eines Gesundheitskiosks. (Symbolbild: Getty Images)
Einfach vorbeigucken und bekommen, was man braucht: Das ist das Konzept eines Gesundheitskiosks. (Symbolbild: Getty Images)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will in Deutschland weitere sogenannte Gesundheitskioske etablieren. Diese sollen die Bürger mit Rat und Tat bei Gesundheitsfragen zur Seite stehen. Die ersten Pilotprojekte der Gesundheitskioske in Essen, Hamburg und Köln haben sich laut Lauterbach bereits als sehr wirksam erwiesen.

Das ist das Konzept von Karl Lauterbachs Gesundheitskiosk

Mitte 2021 wurden die ersten Gesundheitskioske in Deutschland eröffnet. Es war durchaus Absicht, dass diese neuen Angebote besonders in Stadtteilen von Großstädten mit niedrigem Sozialprestige, hoher Arbeitslosigkeit und hohem Migranten-Anteil eröffnet wurden. Ein Gesundheitskiosk befindet sich also dort, wo die finanziellen und sprachlichen Hürden für einen Arztbesuch besonders hoch sind.

Aufgrund der Lage ist es wichtig, dass die Angebote in mehreren Sprachen – wie etwa Englisch, Französisch, Türkisch, Polnisch oder Arabisch – angeboten werden. In den Gesundheitskiosken in den Hamburger Stadtvierteln Billstedt und Horn beispielsweise arbeiten laut Website hoch qualifizierte Pflegefachkräfte, die als multikulturelles Team Beratungen in sieben Sprachen durchführen.

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Neben der Mehrsprachigkeit sei eine zentrale Lage für einen Gesundheitskiosk von großer Bedeutung, um eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu gewährleisten, berichtet das Fachmagazin für Gesundheitswesen Rechtsdepesche. Laut des Portals sei es das Konzept des Gesundheitskiosk, die Lücken „zwischen dem bloßen Nichtstun bei gesundheitlichen Problemen und dem Arztbesuch, der vielen eine zu hohe Schwelle ist“ zu schließen.

Gesundheitskiosk: Das sind die Aufgaben des neuen Angebots

Eine weitere Problematik könnten die Gesundheitskioske in strukturschwachen Stadtteilen zumindest abfedern. Oft befinden sich nur wenige Arztpraxen in städtischen Problemvierteln. Die Kioske sollen hier Abhilfe schaffen und eine erste Anlaufstelle für die Menschen sein, um bei Gesundheitsfragen, psychischen Problemen sowie der Vermittlung zu Spezialärzten oder Kliniken weiterzuhelfen.

Außerdem soll es in den geplanten Gesundheitskiosken möglich sein, Termine mit Haus- und Fachärzten zu vereinbaren und dort auch Hilfe bei Übersetzungen in medizinischen Angelegenheiten zu bekommen. Kurzum: Gesundheitskioske sind besonders für sozial schwächer gestellte Menschen als Anlaufstelle gedacht.

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Dabei soll die Bürokratie hier keine Rolle spielen: Wer im weit umfassten Bereich "Gesundheit" Hilfe, Informationen oder Ratschläge benötigt, kann während der Öffnungszeiten einfach vorbeikommen. Im Kölner Stadtteil Chorweiler trägt ein solcher Gesundheitskiosk den Namen "Die Kümmerei". Der Name passt zu Lauterbachs Plan für seine Gesundheitskioske.

Die möglichen Leistungen von Gesundheitskiosken im Überblick:

  • Vollständige Anamnese inkl. Erstellung einer Liste aller verordneten und eingenommenen Arzneimitteln

  • Hilfe bei der Suche von Haus- und Fachärzten

  • Terminvereinbarungen mit Haus- und Fachärzten

  • Beratungsgespräche nach Diagnosen, Therapien und Nachsorge nach einem Arztbesuch

  • Aufklärungsgespräche zu Impfungen

  • Erklärung des deutschen Gesundheitssystems inkl. Leistungsansprüche

  • Hilfe bei der Beantragung von Folgebehandlungen, z.B. Kuren Rehamaßnahmen, Folgeoperationen

An diesen Orten gibt es bereits einen Gesundheitskiosk:

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