Kassenärzte-Chef hält eingeschränkte Astrazeneca-Zulassung für möglich

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Astrazeneca-Impfstoff

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, hält eine Einschränkung der Zulassung für den Astrazeneca-Impfstoff für möglich. Die Experten prüften derzeit, ob es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Verhütungsmitteln, Rauchen und Impfen gebe, sagte Bergmann der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Donnerstagsausgabe). Möglicherweise hätten sich "hier Risiken potenziert", fügte er hinzu. Dann könne es möglicherweise eine Zulassung mit Einschränkungen geben – "etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille".

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) berät am Donnerstag in einer Sondersitzung über die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. Erwartet wird, dass die EMA am Nachmittag eine abschließende Empfehlung abgibt. Nach Berichten über das Auftreten schwerer Blutgerinnsel bei einigen Impf-Patienten hatten Deutschland und mehrere weitere europäische Staaten die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers vorerst gestoppt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dies als reine Vorsichtsmaßnahme bezeichnet.

Vom Impfgipfel am Freitag bei der Kanzlerin forderte der Kassenärzte-Chef Klarheit. Er hoffe auf klare Ansagen, wie es mit Astrazeneca weitergehe. Zudem hoffe er auf klare Ansagen der Politik zum Osterurlaub. "Ich kann nicht nachvollziehen, wie man angesichts der steigenden Infektionszahlen in den Flieger nach Mallorca steigen kann. Die Touristen gefährden sich und andere", kritisierte Bergmann. Eine Situation wie nach den letzten Sommer- und Herbstferien, als viele Rückkehrer infiziert gewesen seien, dürfe sich nicht wiederholen. "Das darf die Politik nicht zulassen“, forderte Bergmann.

Bund und Länder hatten ursprünglich bereits am Mittwoch über eine Beschleunigung der Impfkampagne beraten wollen. Ein Thema sollte dabei die stärkere Einbindung der Hausärztinnen und -ärzte sein. Nach dem Aussetzen der Impfungen mit dem Astrazeneca-Produkt am Montag wurde das Gespräch verschoben. Derzeit prüfen die Fachbehörden einen möglichen Zusammenhang zwischen Astrazeneca-Impfungen und Thrombosen der Hirnvenen.

ck/