Kassenärzte fordern Ende der Hömopathie-Kostenerstattung durch Krankenkassen

Business Insider Deutschland
Homöopathische Mittel wie Globuli sind verstärkt in der Kritik.


Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat die Finanzierung von homöopathischen Leistungen durch die Krankenkassen kritisiert. „Wer homöopathische Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft“, sagte der Vorsitzende der Dachverbandes, Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ am Donnerstag. Es gebe keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren. Deshalb sollten die gesetzlichen Krankenkassen auch grundsätzlich keine Leistungen der Alternativmedizin finanzieren dürfen, auch nicht als freiwillige Satzungsleistung, solange der Nutzen nicht nachgewiesen sei. Die Kassen sollten ihre Finanzmittel vielmehr in die ambulante Versorgung zu leiten, „anstatt vor allem aus Marketingzwecken Beitragsgelder für Homöopathie auszugeben“.

In den vergangenen Wochen war eine Debatte um Homöpathie entfacht, nachdem das Pharmaunternehmen Hevert Unterlassungserklärungen an Kritiker verschickt hatte. Diese sollten nicht mehr öffentlich behaupten, Homöopathie wirke nicht über den Placebo-Effekt hinaus, so die Forderung. Die Ärztin Natalie Grams ging damit an die Öffentlichkeit, statt zu unterschreiben. „Ich habe die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet und werde es mir nicht nehmen lassen, den Stand der Wissenschaft zu transportieren“, sagt sie im Gespräch mit Business Insider. Für sie sei klar: „Die Homöopathie ist trotz viel Forschung leider die klare Überlegenheit gegenüber dem Placebo schuldig geblieben. Das ist der weltweite Kenntnisstand der Wissenschaft.“

Homöopathie stößt auf immer weniger Akzeptanz

Die Stimmung unter Homöopathen ändert sich: Seit 2017 zahlt der britische Gesundheitsdienst NHS keine homöopathischen Mittel mehr. Die Begründung: „Im besten Fall verspricht Homöopathie einen Placeboeffekt und ist ein Missbrauch von knappen Mitteln, die besser für Behandlungsmethoden verwendet werden sollten, die wirken.“ Auch in Frankreich wird die Wirksamkeit von den Behörden überprüft. In den USA müssen Hersteller die Wirksamkeit entweder nachweisen oder offenlegen, dass die Wirksamkeit nicht belegt ist.

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