Kein Erfolg mehr? Der "Phil Collins Effekt" wird Künstlern Hoffnung machen

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Die Karriere von Phil Collins erlebte Höhen und Tiefen. Damit lieferte der Musiker das Paradebeispiel für ein Phänomen, das Wissenschaftler als "Phil Collins Effekt" bezeichnen.

BERLIN, GERMANY - JUNE 07: British singer Phil Collins performs live on stage during a concert at the Olympiastation on June 7, 2019 in Berlin, Germany. (Photo by Frank Hoensch/Getty Images)
Phil Collins bei einem Konzert im Berliner Olympiastadion im Juni 2019 (Bild: Frank Hoensch/Getty Images)

Phil Collins hat einem bestimmten Karriereverlauf von Musikern oder von Künstlern im Allgemeinen den Namen gegeben. Von einem "Phil Collins Effekt" spricht man neuerdings, wenn der Erfolg eines Künstlers nach einer Periode des Aufstiegs nachlässt, bevor er wieder zu neuen Höhenflügen ansetzt.

Diese N-Kurve einer Künstlerkarriere ist am Beispiel des britischen Musikers erstmals wissenschaftlich definiert worden. Damit werde der Prozess beschrieben, wie "Kulturproduzenten in ihrem Bereich an Status gewinnen, diesen wieder verlieren, bevor sie ihn wiedererlangen", heißt es in der Studie "Take a Look At Me Now: Consecration and the Phil Collins Effekt", die von Andre Spicer, einem Verhaltensforschers an der City University London geleiteten wurde.

Die Höhen und Tiefs von Phil Collins' Karriere

Denn Forschern zufolge liefert Collins also das Paradebeispiel für das Phänomen. Der Musiker startet Anfang der 1980er Jahre seine Solokarriere, nachdem er bei der britischen Rockband Genesis als Schlagzeuger und Leadsänger tätig war. Nach einer Periode zunehmenden Erfolgs erlebt seine Karriere in den 1990er Jahren einen Tiefpunkt, bevor es ab den 2000er-Jahren wieder aufwärts geht. Bestimmt wurde dieser Karriereverlauf von drei "Akteuren", wie die Forscher meinen, dem Verhalten von Fans, Kritiken und musikalischen Weggefährten.

Für ihre Studie wurden die Wissenschaftler von einem anderen kulturellen Phänomen inspiriert: dem Video, das Tim und Fred Williams im Juli vergangenen Jahres auf ihrem YouTube-Kanal "Twinsthenew Trend" veröffentlicht haben. Der Clip, in dem die Zwillingsbrüder zum ersten Mal Collins' Lied "In the Air Tonight" hören, hat sich zum viralen Hit entwickelt.

Auf dem Videodienst wurde er schon mehr als neun Millionen Mal angesehen. Mehrere Zeitungen haben über das Video berichtet und in dem Zuge auch den Kult-Song und die Karriere von Phil Collins gewürdigt.

Phil Collins cooler denn je?

Der Höhepunkt des Hypes dürfte mit der Studie erreicht sein. "Das Video [der Williams-Brüder] brachte mich dazu, darüber nachzudenken, warum man heute in einer Hipster-Bar in Hackney [Stadtteil in London] Phil Collins hört", sagt Verhaltensforscher Spicer in einem Interview mit der US-Zeitung The Times. "Das wäre vor einigen Jahren nicht der Fall gewesen. Also dachte ich, was ist hier los."

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Während die Forscher für den "Phil Collins Effekt" äußere Faktoren wie die Einstellung der Fans gegenüber den Künstlern für maßgeblich halten, sprechen sie den Künstlern eine Verantwortung für die N-Kurve ihrer Karriere ab. Deren Handlungen, ihre Karriere fortzusetzen oder wiederzubeleben, habe wenig Einfluss auf den Erfolg ihres Bemühens. Das Phänomen sehen die Forscher durch Phil Collins bestätigt. Der habe sich einen großen Gefallen damit getan, meinen sie, indem er es nicht schaffte, sich neu zu erfinden.

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