„Kein Kölsch für Nazis“: AfD schießt mit ihrer Reaktion auf die Kampagne ein Eigentor

Knapp 150 Gastronomen in Köln sind bei der Anti-Rassismus-Initiative schon dabei.

Bereits mehr als 150 Gastronomen in Köln beteiligen sich an der Initiative „Kein Kölsch für Nazis“. Sie wollen mit 200.000 Bierdeckeln ein Zeichen gegen den AfD-Parteitag Ende April im Kölner Maritim-Hotel setzen – da ließ eine Reaktion aus dem Lager der als rechtspopulistisch geltenden Partei nicht lange auf sich warten.

AfD schießt klassisches Eigentor

Was die AfD-Fraktion aus Baden-Württemberg auf ihrer Facebook-Seite postete, wurde zu einem klassischen Eigentor. Das Aktionslogo „Kein Kölsch für Nazis - Kein Raum für Rassismus“ wurde in einem Visual kommentiert:

Das verstehen 150 Kölner Wirte also unter Toleranz. Mit 200.000 Bierdeckeln (links) wollen sie gezielt AfD-Wähler diskriminieren. (Das sagen sie auch noch ganz offen.)

Als in den Kommentaren unter dem Post etliche User darauf hinwiesen, dass die AfD damit eingestehe, sich durch die Begriffe „Nazis“ und „Rassismus“ angesprochen zu fühlen, war der Beitrag auch schnell wieder von der Seite verschwunden – allerdings längst nicht aus dem Internet.

Initiatoren hoffen auf 400 teilnehmende Wirte

Die Bierdeckel liegen in den teilnehmenden Kneipen aus. Täglich würden sich weitere Wirte bei der Initiative melden und wollten dabei sein, sagt Mankel Brinkmann, einer der Unterstützer: „Bis zum Parteitag wollen wir 400 Gastronomen haben, die mitmachen.“ Brinkmann ist einer der Betreiber des Club Bahnhof Ehrenfeld.

„In unserer Hausordnung ist klar geregelt, dass wir Rassismus und Homophobie nicht tolerieren“, sagt er. „Bei uns in den Kneipen und Gaststätten spiegelt sich die gesamte Gesellschaft wider, hier wird niemand ausgegrenzt.“

Ähnliche Aktion schon 2008

2008 gab es bereits eine ähnliche Aktion: Damals richteten sich die Proteste vor allem gegen die rechtsextreme Bürgerbewegung „Pro Köln“.

Weil die AfD jetzt seit zwei Jahren eine immer größere Popularität genieße und auch der Parteitag in Köln stattfinde, „haben wir Kölner Gastronomen gemerkt, dass wir uns erneut positionieren müssen“, sagte Brinkmann. (ck/dpa)

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