Kein Platz für Handwerker - Münchner Betriebe klagen an: Wir fühlen uns aus der Stadt vertrieben

Florian Zick

Nicht nur Wohnungen, auch Gewerbeflächen fehlen an allen Ecken und Enden. Viele Firmen finden deshalb keinen Platz mehr in der Stadt.

München - Die Flächenkonkurrenz in München nimmt immer mehr zu. In der Stadt ist es richtig eng geworden – das bekommen auch viele Unternehmen zu spüren. Weit über 300 Firmen stehen beim städtischen Wirtschaftsreferat auf einer Warteliste. Sie wollen sich vergrößern oder nach München umziehen. So schnell geht das allerdings nicht. Freie Grundstücke sind Mangelware.

"Der Markt ist wahnsinnig überhitzt", sagt Michael Dümmling, ein Berater, der Firmen bei Standortfragen hilft. Gründe gibt es dafür im Wesentlichen zwei: Zum einen werden immer mehr Gewerbegebiete durch Wohnraum verdrängt. Zum anderen gibt es innerhalb der Gewerbeflächen einen Wettstreit. Der Hightech-Betrieb verdrängt die Schlosserei, die Anwaltskanzlei den Schuhmacher.

In der Stadt fehlen bis zu 166 Hektar Gewerbefläche

Was die Art des Gewerbes angehe, hätten die Kommunen mittlerweile sehr hohe Ansprüche, erklärt Dümmling. Die Firmen sollten alle sexy und prestigeträchtig, keinesfalls aber irgendwie schmutzig sein. Fürs einfache Handwerk bleibe da oft kein Platz mehr. Dümmling beobachtet deshalb schon länger eine Flucht aufs Land – allerdings nicht in die nahen Umlandgemeinden. "Mittlerweile muss man schon bis nach Anzing oder Mühldorf rausgehen", sagt der Unternehmensberater.

Kommt der Schlosser also schon bald aus Deggendorf angefahren? Bürgermeister Josef Schmid (CSU) will das in seiner Funktion als Wirtschaftsreferent gerne verhindern.

Experten haben im Auftrag seines Referats bis 2030 einen Flächenbedarf in einer Größenordnung zwischen 48 und 166 Hektar ermittelt. In den nächsten Jahren will die Stadt nun zumindest schon einmal 35 Hektar freimachen. Ob das aber tatsächlich den Druck von den Firmen nimmt? Die AZ hat bei drei Unternehmen nachgefragt, die auf der Warteliste der Stadt stehen. Und die Münchner Firmen klingen nicht gerade optimistisch:

"Du wirst hier regelrecht rausgeekelt"

Der Großwäscherei fehlt schlicht der Platz. Foto: privat

Die Wäscherei Aschenbrenner existiert seit 60 Jahren. Mit fünf Leuten ging es damals los – heute sind es ungefähr zehn Mal so viele.
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