Keine Klimaanlage für Haushaltshilfen aus heißen Ländern

Der Vorschlag eines Hongkonger Politikers, Hausmädchen aus heißen Ländern nur in Ausnahmefällen die Nutzung von Klimaanlagen zu erlauben, hat bei Menschenrechtsaktivisten für Empörung gesorgt. In einem Radiointerview sagte Michael Lee, Bedienstete aus heißen Ländern sollten an hohe Temperaturen gewöhnt sein und benötigten keine Klimaanlage. Eine Ausnahme sei nur nötig, wenn die Hitze ihnen nachts den Schlaf raube und sie deshalb nicht richtig arbeiten könnten.

Lee reagierte mit seinem Vorschlag auf den Facebook-Eintrag einer Frau, die sich darüber beschwerte, dass ihre Hilfe nachts bei 30 Grad Celsius und extremer Luftfeuchtigkeit ohne ihre Erlaubnis die Klimaanlage angestellt hatte. Das löste eine heftige Debatte im Internet aus, bei der einige Nutzer durchaus Verständnis für die Position der Frau äußerten.

Aktivisten für die Rechte der Hausmädchen bezeichneten derartige Verbote oder Einschränkungen am Freitag als "lächerlich, ungerecht und unmenschlich". Sie gefährdeten die Gesundheit der meist weiblichen Hilfen.

In Hongkong sind mehr als 340.000 Hausangestellte aus dem Ausland beschäftigt, die meisten stammen aus den Philippinen und Indonesien. Nach den geltenden Vorschriften müssen sie bei ihren Arbeitgebern wohnen und binnen zwei Wochen Hongkong verlassen, wenn sie selbst gekündigt und in der Zeit keine neue Beschäftigung gefunden haben. Immer wieder gibt es Berichte über Missbrauch oder Misshandlungen; doch alle Forderungen, die Regelungen zu ändern, liefen bislang ins Leere.

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