Keine Musik im Hintergrund: Darum verzichten Discounter auf diesen Verkaufstrick

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In Supermärkten ist nichts dem Zufall überlassen. Von der Platzierung der Produkte über die Anordnung der Gänge bis hin zur leise säuselnden Hintergrundmusik - alles soll dazu animieren, mehr zu kaufen. Discounter wie Aldi oder Lidl verzichten hingegen auf Musik. Und das gleich aus mehreren Gründen.

CARDIFF, UNITED KINGDOM - AUGUST 30: Aldi branding seen in an Aldi supermarket on August 30, 2018 in Cardiff, United Kingdom. (Photo by Matthew Horwood/Getty Images)
Was am Ende im Korb landet, bestimmt der Kunde nicht immer bewusst - bei Aldi wird das aber nicht über Musik beeinflusst (Symbolbild: Getty Images)

Nicht nur Supermärkte setzen auf Hintergrundmusik, die ihre Kunden beim Einkaufen beschallt. Auch andere Läden haben stets das sogenannte "Instore Radio" eingeschaltet. Das ist keineswegs ein freundlicher Service, sondern ein psychologischer Kniff, der für entspannte und damit kauffreudige Kunden sorgen soll. 

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Simpel und effektiv - kein Wunder, dass fast alle Geschäfte diesen Trick anwenden. Bei Discountern wie Aldi, Netto oder Lidl hingegen herrscht zumeist Stille aus den Lautsprechern. Warum diese Supermarkt-Ketten auf die bewährte Verkaufsstrategie verzichten, erklärte Jens Lönneker, Geschäftsführer vom Kölner Marktforschungsinstitut Rheingold Salon, dem Online-Portal "t-online.de".

Pragmatismus statt Berieselung: Discounter-Kunden kaufen anders ein 

Dem Psychologen zufolge hätten Discounter-Kunden eine andere Kaufintention als die größerer Supermärkte. Letztere hätten höhere Preise, jedoch auch ein breiteres Sortiment. Wer dort shoppt, würde sich gerne von den vielen Optionen inspirieren lassen und "das Einkaufen zelebrieren". Für den endgültigen Kaufanreiz sei die richtige Stimmung nötig - und dabei kommt unter anderem die Musik ins Spiel. 

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Discounter-Kunden hingegen gehen weitaus pragmatischer vor. Ihnen ginge es nicht um ein Einkaufserlebnis, wie Lönneker erklärt. "Sie wollen einfach die benötigten Produkte kaufen und gegebenenfalls noch ein paar Schnäppchen machen."

Keep it simple - and cheap

Nicht zuletzt ist es auch eine Kostenfrage: So simpel der Trick mit der Musik auch ist - er ist nicht umsonst. Denn wie auch Gaststätten, Friseursalons oder alle anderen Geschäfte, in denen Musik in einem öffentlichen Raum wiedergegeben wird, müssen Supermärkte für die gespielten Titel Gema-Gebühren zahlen. 

Und Aldi nannte "t-online.de" einen weiteren Grund, weshalb dort auf Musik verzichtet wird. Dies gehört schlicht nicht zur Unternehmensstrategie, die "seit jeher auf Einfachheit" setzen würde. 

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