Grüne verteidigen Umgang mit Plagiatsvorwürfen gegen Baerbock

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Annalena Baerbock

Die Grünen haben ihren Umgang mit den Plagiatsvorwürfen gegen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock verteidigt. Hier würden "Kleinigkeiten aufgebauscht", auch um von den wichtigen Fragen wie dem Klimawandel abzulenken, sagte Bundesgeschäftsführer Michael Kellner am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". Nachdem der Vorwurf der Urheberrechtsverletzung im Raum gestanden habe, habe die Partei ein "Stoppschild" setzen wollen. Auch Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow kritisierte die Art der Auseinandersetzung mit Baerbock.

Die Grünen wollten zum Ausdruck bringen, "das lassen wir uns nicht gefallen", sagte Kellner. Es sei seit Wochen zu beobachten, wie "bewusst Falschbehauptungen" in die Welt gesetzt würden, sagte er weiter. Nach Bekanntwerden der Plagiatsvorwürfe hatten die Grünen eine harte Gangart angeschlagen: Sie sprachen von versuchtem Rufmord und schalteten einen Medienanwalt ein.

Baerbock hatte sich selbst am Donnerstagabend bei "Brigitte live" gegen die Vorwürfe verteidigt. "Ich habe ein Buch geschrieben, in dem ich deutlich machen wollte, wer ich bin, was mich antreibt und was ich verändern möchte." Sie habe "viele Gespräche geführt und auch Ideen von anderen sind mit eingeflossen", fügte die Kanzlerkandidatin hinzu. Sie habe deutlich gemacht, dass sie die öffentlichen Quellen nehme, die es gebe. Aber sie habe kein Sachbuch, keine wissenschaftliche Arbeit geschrieben. Deswegen gebe es auch keine Fußnoten.

Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hatte Baerbock mehrere wörtliche Übernahmen in ihrem neuem Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" vorgeworfen. Weber sprach dabei von Urheberrechtsverletzungen. Die Grünen entgegneten der Kritik, bei den beschriebenen Passagen handele es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte grüne Positionen.

Hennig-Wellsow sagte dem "Spiegel", der Wahlkampf habe "ein unterirdisches Niveau" erreicht. "Ob eine Kanzlerkandidatin ein Buch braucht, weiß ich nicht, aber dass wir nur noch darüber reden, finde ich wirklich bedenklich." Es gehe bei dieser Wahl um eine Richtungsentscheidung, von der die CDU "ablenken" wolle.

Bei Profiteuren einer unionsgeführten Regierung mache sich "offensichtlich Angst vor einer Regierung links der Union breit", sagte Hennig-Wellsow weiter. "Sie kippen CDU und FDP mit Millionenspenden zu." Und "Schmutzkampagnen in den sozialen Medien aus der rechten Blase tun ein übriges". Es gehe aber nicht um "Fußnoten in Büchern, es geht um die Zukunft dieses Landes".

Baerbock war schon vor den jetzt erhobenen Plagiatsvorwürfen in die Kritik geraten. So musste sie nachträglich dem Bundestag Nebeneinkünfte nennen und ihren im Internet veröffentlichten Lebenslauf korrigieren. Derzeit haben sowohl Baerbock als auch ihre Partei mit rückläufigen Umfragewerten zu kämpfen.

jp/cha

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