Kerner schaut nicht einmal hin: Herzschlag-Finale beim "Wer wird Millionär?"-Promi-Special

Michael Eichhammer
·Lesedauer: 4 Min.

Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt, Fußball-Funktionär Ralf Rangnick, Moderator Johannes B. Kerner, Tennis-Legende Michael Stich und TV-Koch Steffen Henssler spielten im Promi-Special für den guten Zweck. Einer erwies sich als Hasardeur!

Einmal im Jahr wird bei "Wer wird Millionär?" im Rahmen des RTL Spendenmarathons für Kinder in Not gequizzt. Diesmal traten im Promi-Special für den guten Zweck an: Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt, Fußballmanager und -Funktionär Ralf Rangnick, Moderator Johannes B. Kerner, Tennis-Legende Michael Stich und Fernsehkoch Steffen Henssler. So viel sei verraten: Quirlige Entertainer-Qualitäten offenbarte keiner der Kandidaten an diesem Abend. Immerhin ein Husarenstück von Johannes B. Kerner sorgte für einen würdigen Showdown. Doch der Reihe nach.

Den Anfang machte Steffen Henssler. Den Herrn der Töpfe haute Günther Jauch gleich zu Beginn ein wenig in die Pfanne: "Was unterscheidet einen Fernsehkoch von einem normalen Koch? Kann er mehr oder kann er weniger?", wollte der Moderator wissen. Henssler konterte souverän: "Qualitativ schwer zu sagen, aber er kann anscheinend besser sprechen vor der Kamera."

Bei der 16.000-Euro-Frage musste Henssler beweisen, ob er vor der Kamera auch räumlich denken kann: "Wie viele Rechtecke ergeben die Spielfeldmarkierungslinien auf einem den DFB-Regeln entsprechenden Fußballplatz?" 5, 6, 7, 8? Günther Jauch half aus. Nicht mit Worten, sondern mit einer Moderationskarte und einem Stift. Die Skizze, die Henssler malte, missfiel Jauch allerdings: "Das ist ungenügend. Da ist nicht nur ein Fehler drin", spielte er den Oberlehrer und wedelte dabei mit der Karte herum, als wolle er sie dem Koch um die Ohren hauen. "Der arme Kerl", murmelte Sabrina Mockenhaupt aus der zweiten Reihe.

"Herr Jauch, haben Sie was gegen mich?"

Henssler dachte nochmal laut nach und kam auf die richtige Antwort: 7. Jauch resümierte höhnisch: "Erst alles falsch gemacht, danach eigentlich das Fußballfeld nicht begriffen, und trotzdem volle Punktzahl." Nun wurde es Henssler doch zu viel: "Herr Jauch, haben Sie was gegen mich oder ist hier irgendwas nicht in Ordnung?" Sein schelmisches Grinsen machte allerdings deutlich, dass er nur den Beleidigten spielte. Henssler kam bis zur 125.000-Euro-Frage. Gesucht war die Körperstelle, an der man das als "Darwin-Höcker" bezeichnete Überbleibsel der Evolution fand.

Der Telefonjoker musste passen. Nachdem "Steißbein" zur Wahl stand, suchten Henssler und Jauch in ihren Hosen vergeblich nach dem Darwin-Höcker. Letztlich gab Henssler auf und sich mit 64.000 Euro zufrieden. Richtig war: das Ohr. Jauch untersuchte die Ohren der Kandidaten und wurde bei Ralf Rangnick fündig: "Er hat's! Ein Riesenoschi! Direkter Nachfahre Darwins!"

Apropos: Der Fußball-Funktionär trat im Team mit Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt an. Der Grund: Sie habe Stilldemenz und daher Angst, dass Jauch denken könne, sie sei eine "Hohlbirne". Daher habe sie "den Ralf als mein Kopf" dabei. Zudem fürchtete sie: "Wenn wir nix wissen, dann schmeißen Sie uns ganz schnell hier raus." Doch Jauch wiegelte mit diabolischer Freude ab: "Nee, muss ich gar nicht, das geht dann von alleine!" Doch das Duo schlug sich wacker: Erst bei 125.000 Euro war Schluss.

No-Look-Zock von Kerner

Michael Stich, Olympiasieger und Unternehmer, brauchte indes bei der 64.000-Euro-Frage den letzten Joker - zweimal: "Welcher dieser Promis ging mit 23 Jahren die erste Ehe ein und war mit 27 bereits geschieden? - Veronica Ferres, Angela Merkel, Udo Lindenberg oder Dieter Bohlen?

Sebastian Klussmann, bekannt als Experte bei "Gefragt - gejagt" (ARD), versagte als Telefonjoker. "Ja, l... eck mich", entfleuchte es Jauch. "Das hätte ich jetzt nicht gedacht." Weil es sich um ein Special für den guten Zweck handelte, drückte Jauch ein Auge zu und ließ den alternativen Telefonjoker Bernhard Hoëcker ebenfalls mitraten: "Veronika Ferres, ist das nicht diese Tennis-Spielerin? Ich habe keine Ahnung", schraubte der Schauspieler und Comedian die Erwartungen zurück. Stich gab auf und hatte 32.000 Euro erspielt. Richtig gewesen wäre: Angela Merkel.

Moderatoren-Urgestein Johannes B. Kerner sorgte indes für ein Herzschlag-Finale. Bei der 125.000-Euro-Frage wagte er ein Husarenstück, über das selbst Günther Jauch staunte. Gefragt war: "Worum geht es zumeist, wenn von Umlauf-, Zwischen- und Zugabezeit die Rede ist?" Zur Wahl standen: Kartenspiele, Verkehrsampeln, Wirbelstürme, Backrezepte. Kerner war unsicher, doch machte er eine klare Ansage: "Ich möchte eigentlich ein bisschen mehr. Und ich bin bereit dafür auch ein gewisses Risiko einzugehen."

Der ZDF-Moderator fragte, ob es ihm gestattet sei, zu fragen, ob irgendjemand im Saal die Antwort kenne. Der 55-Jährige versprach, nicht hinzusehen und keine Fragen zu stellen. Jauch wunderte sich, stimmte aber zu. Er berichtete Kerner, dass eine einzige Person hinter ihm ein Handzeichen gegeben habe, die Antwort zu kennen. Ohne zu zögern, entschied sich Kerner für: "Verkehrsampel." Jauch staunte: "Die Logik erschließt sich mir nicht."

Johannes B. Kerner ließ sich in die Karten schauen: "Mein Zock war, dass der Vater von Mocki gesagt hat, dass er Polizist ist." Deswegen dachte er, Sabrina Mockenhaupts Papa würde berufsbedingt die Antwort kennen. Was Kerner aber nicht ahnte: Mockenhaupts mitgereister Vater saß bereits nicht mehr im Publikum und jemand anderes hatte sich gemeldet. Dennoch Glück gehabt. Nach diesem "Zock" reichte es noch für 125.000 Euro für den guten Zweck.