Kettenbrief: Kosten WhatsApp-Nachrichten bald 50 Cent?

Sandra Alter
·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Kettenbriefe und Spam-Nachrichten sind bei WhatsApp keine Seltenheit. Derzeit macht dort ein besonders dubioses Exemplar die Runde.

London, UK - July 31, 2018: The buttons of WhatsApp, Facebook, Twitter and other apps on the screen of an iPhone.
(Bild: Getty Images)

Einen Kettenbrief hat wohl jeder schon einmal bekommen, der im Internet und den sozialen Medien unterwegs ist. Die Verfasser verfolgen immer dasselbe Ziel: Die Nachricht soll sich möglichst schnell und vor allem weit verbreiten.

Damit Kettenbriefe von Nutzern auch weitergeschickt werden, lassen sich die Absender oft ziemlich verrückte Inhalte einfallen. Solange es um witzige Nachrichten oder Spiele geht, ist das harmlos. Ernst wird es jedoch, wenn Kettenbriefe Drohungen oder Falschmeldungen enthalten.

Das Internetportal Mimikama hat es sich seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht, über Internetmissbrauch aufzuklären. Der Verein veröffentlicht auf seinen Internetseiten regelmäßig Fakes, die im Netz kursieren.

Aktuell macht das Portal auf einen Kettenbrief aufmerksam, der über WhatsApp verbreitet wird und sicher manchen beim ersten Lesen zum Schmunzeln bringt. Es geht darum, dass WhatsApp-Nachrichten angeblich bald Geld kosten, wenn der Kettenbrief nicht geteilt wird.

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Nachricht mit Kontrollkästchen

Die Nachricht enthält eine Art Kontrollkästchen, grün mit einem weißen Haken. Das soll sich den Verfassern zufolge rot färben, sobald die Nachricht an 20 Kontakte weitergeleitet wurde. Als Belohnung sollen Nutzer künftig in farbiger Schrift schreiben können und nur dann sei WhatsApp auch weiterhin kostenfrei. Andernfalls müssten Nutzer ab 2021 pro Nachricht 50 Cent zahlen.

Natürlich ist das vollkommener Quatsch! Weder färbt sich das Kästchen und die Schrift, noch werden für WhatsApp-Nachrichten in 2021 Gebühren fällig.

Von Kinderhand

Wer sich den Kettenbrief genauer ansieht, stellt fest, dass es im Text vor Fehlern nur so wimmelt. „Jener WhatsApp-Kettenbrief ist in seiner kindlichen Schreibweise eigentlich fast schon wieder putzig, wenn es denn nicht Nutzer gäbe, die diesem und ähnlichen Kettenbriefen trotzdem glauben, denn ,es könnte ja was dran sein‘ und ihn weiter verteilen“, so Mimikama.

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Das ist der Wortlaut des aktuellen Kettenbriefs. (Bild: Yahoo!)
Das ist der Wortlaut des aktuellen Kettenbriefs. (Bild: Yahoo!)

Jim Balsamico

Dieser Kettenbrief kursiert seit Jahren in immer wieder abgewandelter Form auf WhatsApp. Die ganz große Runde machte bei dem Messaging-Dienst in 2012 etwa die Botschaft des erfundenen WhatsApp-CEO Jim Balsamico, der androhte, dass diejenigen Konten ungültig gemacht würden, die seine Nachricht nicht weiterleiten.

Damals hatte sogar WhatsApp selbst reagiert und seinen Nutzern mitgeteilt: Es ist ein Hoax, wirklich.

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