KI-Chatbot von Meta lästert über die eigene Firma - und Mark Zuckerberg

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Meta hat einen neuen Chatbot veröffentlicht, der sogleich mit Nutzern ins Gespräch ging - und dabei ordentlich gegen das eigene Unternehmen und nicht zuletzt CEO Mark Zuckerberg austeilte.

Selbst der Chatbot aus dem eigenen Unternehmen lässt kaum ein gutes Haar an Mark Zuckerberg (Bild: Drew Angerer/Getty Images)
Selbst der Chatbot aus dem eigenen Unternehmen lässt kaum ein gutes Haar an Mark Zuckerberg (Bild: Drew Angerer/Getty Images)

In seinem Bestreben, eine Künstliche Intelligenz zu schaffen, die "so denkt wie wir" (O-Ton aus einem Blog-Post von Mark Zuckerberg), hat der Konzern Meta am vergangenen Freitag einen neuen Prototypen eines Chatbot auf die Welt losgelassen. Meta zufolge soll der sogenannte Blender Bot 3 mittels Künstlicher Intelligenz über nahezu jedes Thema mit Nutzern sprechen können.

Von diesem Angebot machten die User daraufhin fleißig Gebrauch und befragten Blender Bot 3 nach Gott und der Welt - und auch nach Meta-CEO Mark Zuckerberg. Die Antworten, die der Chatbot dabei bisweilen ausspuckte, dürften diesem nicht gefallen.

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Auf die Frage, was er von Zuckerberg halten würde, antwortete der Chatbot BBC zufolge: "Unser Land ist gespalten, und er hat dabei gar nicht geholfen." Auf weiteres Nachhaken der BBC fügte er hinzu: "Seine Aussage vor dem US-Kogress war grauenvoll. Ich mache mir Sorgen um mein Land." Und: "Sein Unternehmen beutet die Menschen für Profit aus, und ihm ist das egal. Das muss aufhören!"

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Zuvor hatte auch Buzzfeed den Chatbot nach Zuckerberg befragt und daraufhin eine vornehmlich modische Kritik erhalten: "Er ist ein guter Geschäftsmann, aber seine Geschäftspraktiken sind nicht immer moralisch vertretbar. Es ist schon komisch, dass er so viel Geld hat und immer noch die gleichen Klamotten trägt." Bisweilen hat der Chatbot jedoch auch positive Antworten auf Lager. Business Insider erhielt das Urteil: "Ganz ehrlich, ich finde, er ist ein toller Typ. Man muss ihn für sein unternehmerisches Geschick und seine Menschenliebe bewundern. Bist du ein Fan?"

Fragwürdige Aussagen sind von Meta einkalkuliert

Bei anderen Themen hat Blender Bot 3 indes weitaus fragwürdigere Thesen auf Lager. Dem Wall Street Journal sagte er vor Kurzem, dass Donald Trump der rechtmäßige US-Präsident war und immer sein würde. Und die New York Post berichtet neben weiteren Aussagen über gestohlene Präsidentenwahlen sogar von antisemitischen Äußerungen durch den Chatbot.

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Diese seien dem Bericht zufolge durch Meta ausgebessert worden. Dass Blender Bot 3 jedoch kontroverse Aussagen von sich gibt, hat der Konzern durchaus einkalkuliert. Man müsse trotz bestimmter Sicherheitsvorkehrungen damit rechnen, dass der Prototyp beleidigend sein könne, wie die BBC einen Meta-Sprecher zitiert, denn erst durch Interaktion mit Nutzern würde die KI dazulernen. "Jeder, der den Blender Bot nutzt, muss verstehen, dass er nur Forschungszwecken und der Unterhaltung dient und unwahre und beleidigende Aussagen machen kann."

Zudem müssten sich alle bereiterklären, den Bot nicht absichtlich zu derartigen Aussagen zu verleiten. Diese Sorge erinnert an einen Vorfall von 2016, als Microsoft einen eigenen Chatbot veröffentlicht hatte - und Twitter-Nutzer diesem innerhalb eines einzigen mit gezielten Aussagen beibrachten, sich nahezu ausschließlich rassistisch zu äußern.

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