"Kidding": Jim Carrey geht mit seiner Paraderolle in die zweite Staffel

Nach wie vor denken bei Jim Carrey viele an Klamauk wie “Die Maske“ oder “Dumm und dümmer”. Besonders eindrücklich im Gedächtnis: Die Grimassen, die Carrey mit seinem Gesicht zu ziehen vermag. In der Serie “Kidding” zeigte sich hingegen ein Jim Carrey, der noch nie so authentisch war. Nun geht die Ausnahme-Comedy in eine neue Staffel.

Jim Carrey wurde lange Zeit das Image als gummigesichtiger Klamauk-Komiker nicht los - mit "Kidding" zeigt er eine neue Seite. (Bild: ddp images)

Nach dem gewaltigen Cliffhanger der ersten Staffel meldet sich “Kidding” nun mit neuen Folgen zurück. Fans erfahren nun, wie es für Jeff (Jim Carrey) weitergeht, nachdem seine sporadischen Wutausbrüche in einem tragischen und gewaltsamen Vorfall kulminiert sind.

Während die Serie sich mit viel Feingefühl der Frage nähert, wie viel Sympathie ein Mann verdient, der durch sein Alter Ego, der Kindersendungs-Figur Mr. Pickles, Güte und Vergebung lehrt und diese Gebote selbst auf extreme Weise gebrochen hat, macht Jeffs Leben weitere Veränderungen durch. Seine TV-Show wird nach 30 Jahren eingestellt, er beendet die Zusammenarbeit mit seinem Vater (Frank Langella) und ersinnt eine neue, fragwürdige Methode, um weiterhin mit Kindern kommunizieren zu können: Er erschafft technologisch aufgerüstete Puppen, mit denen nicht nur er mit ihnen sprechen kann, sondern sie ihm auch antworten können.

Neuer Haarschnitt, neues Konzept: Jeff (Jim Carrey) ersinnt eine neue Methode, um mit Kindern zu kommunizieren. (Bild: Showtime)

Eine Paraderolle für Jim Carrey

Zusammengehalten wird die visuell bewegende und schwarzhumorige Serie vor allem von Carreys Darstellung. Wer Jim Carrey vor allem aus seiner kommerziell erfolgreichsten Zeit in den 90er Jahren in Erinnerung hat, wird eine verkopfte Rolle in einer melancholischen und mitunter schwarzen Comedy-Serie erstmal nicht für seine Paraderolle halten. Doch zu verstehen, wie der innerlich zerrissene Jeff sich fühlt - lange Zeit gefangen in seiner albernen Bildschirmpersönlichkeit, von der er sich schließlich lösen muss um neue Wege zu beschreiten - kann Carrey sicherlich nachvollziehen, der schon früher geäußert hat, sich ebenfalls in seiner oft albernen Bildschirmpersönlichkeit gefangen gefühlt zu haben.

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Tatsächlich wurde Carrey als gummigesichtiger Vollblut-Komiker berühmt, mit schrillen Klamotten wie “Die Maske”, “Dumm und dümmer” oder “Der Dummschwätzer”. Dass seine wahre Kraft in der Ruhe liegt und er es ebenso vermag, dem Zuschauer das Herz zu brechen wie ihn zum Lachen zu bringen, zeigte er vor allem in seiner ersten Zusammenarbeit mit “Kidding”-Produzent Michel Gondry: In “Vergiss mein nicht” spielte er den introvertierten Träumer an der Seite von Kate Winslets quirliger Exzentrikerin - und bewies damit endgültig, dass er weitaus mehr kann als sein Gesicht zu ulkigen Grimassen zu verzerren.

Jim Carrey in "Der Dummschwätzer". (Bild: ddp images)

Auch in “Kidding” darf Jim Carrey sein wahres Schauspieltalent unter Beweis stellen, während auch die neuen Folgen unter der Regie von Dave Holstein immer wieder die unverkennbare, visuell exaltierte Handschrift von Gondry tragen. Großartige Co-Stars wie Catherine Keener und Frank Langella und hochkarätige Gastauftritte wie von Ariana Grande tun ihr übriges, um die zweite Staffel zum perfekten Serien-Stoff für eine turbulente Zeit zu machen.

Die neuen Folgen sind ab 12. Mai immer dienstags um 20.15 Uhr in Doppelfolgen auf Sky Atlantic HD zu sehen. Die Folgen sind nach der Ausstrahlung zudem auf Sky Q, Sky Go sowie auf Sky Ticket in Deutschland auf Abruf verfügbar.