Kieran Culkin: Der Weg von "Kevin – Allein zu Haus" zum "Succession"-Star

Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn man im Schatten eines anderen lebt. Die Gefahr, dass einem die Hitze den Kopf verdreht, ist dort geringer. Obwohl er schon in jungen Jahren damit begann, in Kinofilmen mitzuwirken, ist es Kieran Culkin gelungen, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Kieran Culkin (der Junge mit der Brille) spielte zusammen mit seinem Bruder Macaulay im Klassiker "Kevin – Allein zu Haus" mit. (Bild: ddp)

Er nimmt sich selbst nicht zu ernst, kann über sich selbst lachen und lebt im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen nicht in Hollywood, sondern in New York, wo Kieran Culkin 1982 als viertes von sieben Kindern geboren wurde. Allesamt sind in der darstellenden Kunst tätig, wie es auch schon ihr Vater und dessen Geschwister waren.

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Wie aber kann jemand so bodenständig bleiben, der mit 13 Jahren bereits in sieben Filmen mitgewirkt hat? Vielleicht liegt es daran, dass Kieran nie ein Kinderstar war. Obwohl er regelmäßig vor der Kamera stand, waren seine Rollen eher klein und das öffentliche Interesse an seiner Person hielt sich in Grenzen, wofür Kieran sehr dankbar ist.

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Denn wie verstörend es sein kann, wenn die ganze Welt glaubt, ein Anrecht darauf zu haben, Fotos mit dir zu machen und dich anzusprechen, das konnte Kieran am Beispiel seines Bruders Macaulay sehen: Die Kultkomödie "Kevin – Allein zu Haus" machte den Jungen über Nacht zum Star und löste einen regelrechten Hype um ihn aus. "Das war nicht schön für ihn. Es ist nicht schön, wenn du als Neunjähriger nicht auf die Straße kannst, weil dich wildfremde Menschen anfassen wollen", sagte Kieran rückblickend in einem Interview mit dem Filmkritiker Peter Travers.

Kieran Culkin im Jahr 1998 mit Sharon Stone und Elden Henson beim Shooting zum Film "Les Puissants". (Bild: ddp)

Aber Kieran blieb bei der Schauspielerei, spielte schräge oder ungezogene Kinder in Filmen wie "Vater der Braut" oder "Eine wie Keine" – ohne seine Tätigkeit als Darsteller je zu hinterfragen. Mit 20 Jahren schließlich kam der Moment, in dem er realisiert habe, dass er eine 14-jährige Karriere hinter sich hatte, ohne sich je bewusst dafür entschieden zu haben. Also nahm er sich eine mehrjährige Auszeit. Als er zum Film zurückkehrte, war er erwachsen geworden. Mehr noch, er schien zu sich selbst gefunden zu haben, zu wissen was er kann und was er will. "Es hat 35 Jahre gedauert bis ich sagen konnte: Ja, ich will Schauspieler sein", sagte er dem "Guardian" – und das Publikum sprang sofort darauf an.

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Seine Rolle in "Succession" brachte Kieran Culkin den großen Durchbruch. (Bild: Sky)

Später Durchbruch dank "Succession"

Inzwischen ist er der Star in der Familie: seine Rolle als ebenso arroganter wie vulgärer Spross eines größenwahnsinnigen Medienmoguls im Drama "Succession" bescherte ihm reihenweise wohlwollende Kritiken sowie zwei Golden-Globe-Nominierungen als bester Nebendarsteller. Und dennoch: Man hat nicht den Eindruck, dass sich Kieran Culkin selbst besonders wichtig nimmt. Er wirkt nahbar und unprätentiös, er flucht fast genauso viel wie seine Figur Roman Roy und genau das ist es wohl, was seine Fans an ihm lieben. Dank "Succession" wurde der 36-Jährige sogar zum Sexsymbol. "Ich hoffe meine Frau liest nicht, was manche Fans mir auf Twitter schreiben", gestand er dem "Guardian", doch er betont: "Ich genieße meinen gottverdammten Job."

Die Dramaserie "Succession" steht zum Abruf auf Sky Ticket und Sky Go bereit.