Kim Jong-un fordert hungernde Nordkoreaner zum Durchhalten auf

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Nordkorea könnte am Rande einer humanitären Katastrophe stehen. Doch Kim Jong-un fordert seine Landsleute nun zu noch mehr Verzicht auf - für die nächsten drei Jahre.

Kim Jong-un bei einer Rede vor dem nordkoreanischen Zentralkomitee.
Kim Jong-un verlangt von seinem Volk, dass sie sich trotz anhaltender Unterernährung weiter einschränken. (Bild: KCNA/via REUTERS )

Das Land wurde in diesem Jahr bereits mehrfach von heftigen Überflutungen einerseits und Dürreperioden andererseits getroffen. Die eigene Landwirtschaft ist dadurch enorm angeschlagen und kaum noch in der Lage, die etwa 25 Millionen Einwohner zu versorgen. Der größte Handelspartner ist eigentlich China, der das wirtschaftliche Überleben von Kim Jong-uns Staat ermöglicht.

Doch seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 hat die chinesische Regierung die Grenzen zu Nordkorea geschlossen. Die Wiedereröffnung des Grenzverkehrs könnte ein Hoffnungsschimmer für die darbende Bevölkerung sein, doch die liegt in weiter Ferne. Deshalb rief Kim Jong-un sein Volk nun zum Durchhalten auf. Die Zeit des Mangels werde noch bis 2025 anhalten. Dann sollen die Grenzen zu China wieder öffnen.

Berichte von hungernden Menschen

Für viele Nordkoreaner ist es kaum vorstellbar, solange durchzuhalten. Schon vor der Pandemie galten große Teile der Bevölkerung als unterernährt. Verlässliche Informationen über den tatsächlichen Zustand der Lage aus dem Land zu bekommen gestaltet sich nach wie vor sehr schwierig. Immer wieder gibt es schon jetzt Berichte von Nordkoreanern, die verhungert seien.

Eine anonyme Quelle erzählte der Radiostation Free Asia (RFA) von der Anordnung der Regierung. "Vor zwei Wochen wurde uns über die Nachbarschaftsversammlung mitgeteilt, dass der Notzustand bis 2025 anhalten würde." Die Chancen für eine vorherige Öffnung der Grenzen sei sehr gering, so der Informant der Journalisten. "Die Nahrungssituation ist schon jetzt eindeutig ein Notfall und die Menschen kämpfen mit dem Mangel," erzählte er RFA.

Erinnerungen an die Hungersnot der 90er

Das UN-Welternährungsprogamm schätzt, dass schon jetzt etwa 40 Prozent der Nordkoreaner unterernährt sind. Die UN-Experten glauben, dass es einen Mangel von über 850,000 Tonnen Lebensmittel im Land gibt. Das entspricht der Versorgung für zwei komplette Monate. Kim Jong-uns Regime fällt als Antwort auf die Krise nichts anderes ein, als an das Durchhaltevermögen und die Selbstverantwortung der Nordkoreaner zu appellieren. So werden die Bürger aufgefordert, ihre eigenen Lebensmittel anzubauen. Die Lage ist so kritisch, dass sie bereits mit der berüchtigten Zeit Mitte der Neunziger Jahre verglichen wird. Damals sorgte eine Hungersnot in Nordkorea nach dem Zusammenbruch des Ostblocks für unzählige Tote. Studien schätzen, dass zwischen einer halben Million und einer Million Menschen ihr Leben verloren. Auch jetzt nutzt die Regierung wie damals den Begriff von einem "beschwerlichen Marsch", der den Nordkoreanern nun bevor stehe. 

Im Video: Spektakuläre Flucht: Flüchtling aus Nordkorea entkommt aus chinesischem Gefängnis

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