Kirche in der Südstadt: St. Severin feiert die Wiedereröffnung zwei Wochen lang

Mit zwei Festwochen wird die Renovierung der Kirche gefeiert.

„Begeistert.“ Ein Wort genügt Joachim Oepen, Mitglied des Kirchenvorstands von St. Severin, um die Reaktion der Gemeinde auf die Neugestaltung des Kirchenraums zu beschreiben.

In der Osternacht bekamen die Gläubigen einen ersten Eindruck vom Ergebnis der Sanierungsarbeiten, die länger als zwei Jahre gedauert haben. Mit einem einfachen Gottesdienst am 1. Mai um 9 Uhr wurde die seit Oktober 2014 geschlossene romanische Basilika im Severinsviertel wiedereröffnet.

Es folgen zwei Festwochen mit verschiedenen Veranstaltungen – Wochen, in denen noch keine Bänke aufgestellt sind, so dass das Innere der Kirche, die dann durchgehend von 9 bis 18 Uhr geöffnet ist, eine besondere Wirkung entfalten kann.

Das Innere der Kirche ist viel heller als früher

Beim Eintritt tagsüber umfängt den Besucher eine Helligkeit, die hier früher nicht geherrscht hat. Das liegt daran, dass die Fenster aufgearbeitet worden sind, aber auch an der frischen weißen Tünche der Wände. Ein Beleuchtungskonzept sorgt für zusätzliche Helligkeit. Alle künstlichen Leuchtquellen sind neu, von den Hängelampen in den Arkadenbögen bis zu den Strahlern über dem Chorgestühl, die den Zyklus aus 20 alten  Gemälden zur Severinslegende besser zur Geltung bringen. In der Osternacht war zu erleben, wie effektvoll die Ausleuchtung ist.

Von der Sakristei aus lässt sich per Computer die  gewünschte, auf  liturgische Erfordernisse zugeschnittene  „programmierte Lichtszenerie“ erzeugen, wie Architekt Jens Kratzheller sagt. Sein Büro ist von der  Gemeinde mit der Umgestaltung beauftragt worden.

Bei den Untersuchungen zum ersten Bauabschnitt, in dem der etwa 70 Meter hohe Kirchturm instand gesetzt wurde, hatte es sich als nötig erwiesen, auch das Hauptschiff, die Flankierungstürme und das Chorhaus zu sanieren. Dazu gehörte, die maroden Strebebögen komplett abzutragen und neu aufzumauern. Die Arbeiten an den Fassaden und am Dach des Gebäudes, das zum Teil weiterhin eingerüstet ist, werden noch bis zum Herbst dauern.

Naturstein wird auch an den Bögen sichtbar

Drinnen aber ist alles wunschgemäß fertiggestellt. Oben zwischen den Seitenwänden des Hauptschiffs sind statisch notwendige Zugbänder aus Edelstahl im Mauerwerk verankert worden, weil die alten aus untauglichem Stahl bestanden und von Rost befallen waren. Auch in den Seitenschiffen  sind solche Bänder gespannt. 

An allen tragenden Elementen ist der graue Anstrich, mit dem Oepen „die Betonästhetik der 50er, 60er Jahre“ assoziiert, entfernt worden, so dass jetzt der Naturstein sichtbar ist; das gilt für die Pfeilerbündel ebenso wie für die Arkaden- und Jochbögen. Und auch für den besonders hohen „Orgelbogen“, der unter anderem aus Sandstein und Drachenfelser Trachyt  gemauert ist.

Alles in allem kostet die Sanierung gut sieben Millionen Euro

Um die Zusammengehörigkeit von Hauptschiff und Hochchor zu betonen,  sind die unterschiedlich geformten Kapitelle, die zum Altar hin immer komplexer gestaltet sind, nun einheitlich gestrichen; Hauptfarben sind Rotbraun und Ocker. Während der Sanierung war der größte Teil der Ausstattung ausgelagert, von den Bildern der Severinslegende über das so genannte Pestkreuz, das wieder über dem Zelebrationsaltar hängt, bis zum Abendmahlstriptychon von Bartholomäus Bruyn dem Älteren, das im Museum Kolumba restauriert wurde, erst am 30. Mai in die Kirche zurückkehrt und im Querhaus dauerhaft Platz findet.

Auch das Gehäuse für den Schrein, der die Reliquien des heiligen Severin enthält und der noch in der Krypta zwischengelagert ist, wurde überholt. Dabei, so erwähnt Oepen, habe sich herausgestellt, dass es nicht aus dem 13. Jahrhundert stammt, sondern rund 200 Jahre älter ist – eine von mehreren neuen Erkenntnissen über St. Severin, die sich im Zuge der Sanierung ergeben haben. 

Zeit- und Kostenplan habe man einhalten können, sagt Barbara Ellerbrok, ebenfalls Mitglied des Kirchenvorstands. Alles in allem koste die Sanierung gut sieben Millionen Euro. Davon übernehme das Erzbistum 81 Prozent. Den Rest trage die Gemeinde, die dafür Spenden gesammelt hat  und Mittel aus einer eigenen Stiftung  sowie aus  allgemeinen Rücklagen beisteuert. Das Programm zur Wiedereröffnung, unter anderem mit Musik,  Vortrag, Lichtinstallation und Tanzdarbietung, ist im Internet zu finden. Den Abschluss bildet ein Taizé-Gebet am 14. Mai....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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