Klage gegen Seattles Bürgermeister wegen sexuellen Missbrauchs eines 15-Jährigen

Inmitten des Wahkampfs für seine Wiederwahl sind gegen den Bürgermeister der US-Metropole Seattle, Ed Murray, Missbrauchsvorwürfe laut geworden. Ein Mann, von dem nur die Initialen D. H. mitgeteilt wurden, verklagte Ed Murray, weil dieser ihm Geld für Sex gezahlt habe, als er im Alter von 15 Jahren drogenabhängig und obdachlos gewesen sei. Dies sei eine "Form der Kinder-Prostitution", hieß es.

Der heute 46-jährige Kläger legt in der Klageschrift dar, dass er Murray in einem Bus kennengelernt habe. Der Politiker habe ihn zu sich nach Hause eingeladen und ihm angeboten, ihn für Sex zu bezahlen. Wegen seiner Drogensucht sei er "willens gewesen zu tun, was immer Herr Murray für so wenig wie 10 bis 20 Dollar verlangte", versicherte der Kläger. Laut Gerichtsakten bestand die Bekanntschaft der beiden "während eines längeren Zeitraums".

Der offen homosexuelle Demokrat Murray wies die Vorwürfe am Freitag (Ortszeit) als "einfach nicht wahr" zurück. Er verstehe, dass der Kläger "in Schwierigkeiten"stecke. Dass er ihn deswegen mit falschen Vorwürfen belaste, sei aber "schmerzhaft für mich, für meinen Ehemann".

Murray hob hervor, dass er ungeachtet der Vorwürfe Bürgermeister von Seattle bleibe und seinen Wahlkampf für eine weitere Amtszeit fortsetze. "Mir sind in meinem Leben die Dinge nie einfach zugefallen, aber ich habe nie klein beigegeben und ich werde nicht klein beigeben", erklärte der Bürgermeister.

Allerdings wiederholte ein weiterer Mann seine Missbrauchsvorwürfe gegen Murray im Fernsehen. Der 49-jährige Jeffrey Simpson aus dem benachbarten Bundesstaat Oregon sagte dem Sender King 5, als Minderjähriger sei er von Murray missbraucht worden. Simpsons Gesicht war während des Berichts nicht zu sehen.

Murrays Anwalt Robert Sulkin wies die Vorwürfe zurück und legte den Verdacht nahe, dass dadurch Murrays Wahlchancen gemindert werden sollten. "Ich glaube nicht, dass es ein Zufall ist, dass diese Vorwürfe mitten während des Bürgermeister-Wahlkampfs auftauchen", erklärte der Jurist.

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