Prinz Andrew erhält Klageschrift wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen

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Prinz Andrew (AFP/JOHN THYS)

Der britische Prinz Andrew hat eine Klageschrift wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen in den USA erhalten. Den seit Freitag einsehbaren Gerichtsakten zufolge überreichte ein Vertreter der Klägerin Virginia Giuffre am 27. August die Unterlagen einem Polizisten am Eingang zur Residenz des Prinzen im englischen Windsor. Giuffre gibt an, von dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als Minderjährige an Andrew für den sexuellen Missbrauch "ausgeliehen" worden zu sein.

Giuffre hatte die Klage am 9. August vor einem Zivilgericht in New York eingereicht, eine erste Anhörung ist für Montag angesetzt. An dieser muss Andrew allerdings nicht teilnehmen. Die heute 38-Jährige verlangt Schadenersatz von dem 61-jährigen Prinzen.

Andrew habe sie vor mehr als 20 Jahren im Haus von Epsteins damaliger Freundin Ghislaine Maxwell in London missbraucht, wirft Giuffre dem Prinzen vor. Die damals 17-Jährige ist laut ihrer Klageschrift von Epstein, Maxwell und Prinz Andrew "gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr mit Prinz Andrew gezwungen worden". Außer in London habe der Prinz sie auch in Epsteins Haus in New York und auf Epsteins Privatinsel in der Karibik missbraucht.

Giuffres Vertreter erklärte laut dem Gerichtsdokument eidesstattlich, dass er den Prinzen nicht persönlich angetroffen und deshalb die Unterlagen einem Polizisten überreicht habe. Ein Sprecher Andrews wollte sich auf AFP-Anfrage nicht dazu äußern.

Die Vorwürfe gegen den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. stehen schon seit 2019 im Raum. Er bestritt die Anschuldigungen stets und erklärte, sich nicht an ein Treffen mit Giuffre erinnern zu können, trat aber nach einem verunglückten TV-Interview 2019 von seinen royalen Pflichten zurück. Der ehemalige Hubschrauberpilot und Kriegsveteran ist geschieden und hat zwei Kinder.

Der Multimillionär Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der bestens vernetzte und bereits wegen Sexualverbrechen verurteilte Investmentbanker war nach seiner neuerlichen Festnahme 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden worden, nach offiziellen Angaben hatte er sich das Leben genommen.

Epstein hatte gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, darunter auch die früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Donald Trump sowie Microsoft-Gründer Bill Gates.

Epsteins ehemalige Freundin Maxwell plädierte bei einer gerichtlichen Anhörung in New York im April auf unschuldig. Ihr wird vorgeworfen, Minderjährige für Epstein rekrutiert zu haben. Der Gerichtsprozess ist für Ende November angesetzt.

fml/fwe/ju

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