Klimaaktivisten erwarten tausende Demonstranten in Lützerath

Klimaaktivisten erwarten zu einer für Samstag kommender Woche geplanten Großdemonstration in Lützerath trotz eines geltenden Aufenthaltsverbots "etliche tausend" Protestierende. "Es ist zentral, dass die Proteste friedlich und gewaltfrei bleiben", sagte Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact am Freitag vor Journalisten.

An der Demonstration wollen die Aktivisten trotz des derzeit bestehenden Aufenthaltsverbots in dem Ort im rheinischen Braunkohle-Revier festhalten. "Die Demonstration wird auf jeden Fall stattfinden", sagte Linda Kastrup, Sprecherin von Fridays for Future. Auch eine vorherige Räumung durch die Polizei solle das nicht verhindern.

Eine Verfügung des Kreises Heinsberg bietet den Behörden ab Dienstag die rechtliche Grundlage, den von Aktivisten besetzten Ort zu räumen. Mit einem Eilantrag gegen die Verfügung scheiterten die Klimaaktivisten am Donnerstag vor dem Aachener Verwaltungsgericht. Das Verfahren soll in der nächsten Instanz weiterbetrieben werden.

Aktuell sollen sich nach Angaben der Aktivisten etwa 300 Menschen in Lützerath aufhalten, um Bauarbeiten des Energiekonzerns RWE vor dem Ort zu stoppen, wie Ronni Zepplin, Sprecherin der Initiative Lützerath lebt sagte. Neben der Demonstration wurden als Protest auch Sitzblockaden, die Errichtung von Baumhäusern und die weitere Besetzung von Häusern angekündigt.

Die Klimaaktivisten fordern als "Last-Minute-Stop" die Durchsetzung eines Räumungsmoratoriums, um die Abbaggerung des Orts zu verhindern. Die Aktivisten beklagten zudem die Verfehlung des 1,5-Grad-Zieles durch die Bundesregierung durch die fortschreitende Kohleverstromung.

"Die Ampel scheitert krachend an ihrem selbst gesteckten Anspruch", sagte Campact-Aktivist Bautz. Daraus ergebe sich die Bedeutung für den Ort Lützerath als neuer "Hotspot der Klimabewegung".

Die "Neue Westfälische" aus Bielefeld berichtete indes, die Sicherheitsbehörden gingen davon aus, dass sich inzwischen dutzende gewaltbereite Menschen in Lützerath aufhielten, um die Räumung zu verhindern. Die Zeitung berief sich dabei auf den nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz.

Demnach zählten die Sicherheitsbehörden bis zum 3. Januar etwa 130 Menschen, die das Klimacamp in Lützerath bewohnten. Darunter seien "30 gewaltbereite" Menschen, hieß es laut der Zeitung vom Verfassungsschutz. Die Zahlen könnten aber variieren und seitdem gestiegen sein.

tbh/cfm