Klimaexperte Latif hegt keine Hoffnung auf konkrete Ergebnisse bei UN-Klimakonferenz

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Weltklimakonferenz in Glasgow (AFP/ALAIN JOCARD)

Der renommierte deutsche Klimaexperte Mojib Latif hegt keine Hoffnungen auf ein positives Ergebnis der aktuellen Weltklimakonferenz in Glasgow. "Wir dürfen ja nicht vergessen, das ist die 26. Weltklimakonferenz. Die sitzen seit über einem Vierteljahrhundert zusammen und haben wirklich nichts geschaffen", sagte der Kieler Wissenschaftler am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Die Treibhausgasemissionen stiegen weiter. Er erwarte daher nichts.

Es werde in Glasgow am Ende "wieder schöne Worte geben, aber an konkreten Maßnahmen wird nichts beschlossen werden", fügte Latif an. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Ergebnisse des jüngst zu Ende gegangenen G20-Gipfels in Rom, auf dem sich die 20 führenden Industrieländer ebenfalls bereits mit dem Thema Klima befassten. "Ich habe einfach das Gefühl, dass sich die Welt dem Kampf gegen den Klimawandel einfach verweigert", sagte der Experte.

Zugleich rief er Deutschland, die EU und die USA unter dem neuen Präsidenten Joe Biden dazu auf, beim Klimaschutz trotzdem eine "Allianz der Willigen" zu bilden und "voranzugehen". Wenn andere nicht mitmachten, dann "kann man es nicht ändern". Es gehe beim Thema Klimaschutz aber eben auch um die Sicherung des eigenen künftigen Wohlstands durch Schaffung gut bezahlter Arbeitsplätze.

"Es ist ja auch unserem ureigenen wirtschaftlichen Interesse, das darf man ja nicht vergessen", sagte Latif. Länder wie Deutschland könnten zudem zeigen, das Klimaschutz funktioniere und damit ein wichtiges "Signal" senden. Dafür müsse auch Deutschland mehr tun - etwa durch einen schnelleren Kohleausstieg, einen Ausstieg aus der Nutzung des Verbrennungsmotors und eine Mobilitäts- und Agrarwende.

bro/bfi

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