Klimaexperten schlagen Alarm: Beunruhigende Warnzeichen in der Arktis

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Klimaexperten sind beunruhigt: Die Erderwärmung in der Arktis schreitet schneller voran als gedacht. Wie ein neuer Bericht enthüllt, stieg die Jahrestemperatur am Nordpol seit 1971 drei Mal schneller als auf dem restlichen Planeten.

SVALBARD AND JAN MAYEN ISLANDS - 2015/07/20: A polar bear (Ursus maritimus) is walking over the pack ice north of Svalbard, Norway. (Photo by Wolfgang Kaehler/LightRocket via Getty Images)
Das Polareis wird immer weniger (Symbolbild: Wolfgang Kaehler/LightRocket via Getty Images)

Wie es in dem Bericht des "Arctic Monitoring and Assessment Programme" (AMAP) anlässlich des Ministertreffens des Arktischen Rates in Reykjavik heißt, ist die durchschnittliche Jahrestemperatur zwischen 1971 und 2019 in der Polarregion um 3,1 Grad Celsius gestiegen, auf der Erde insgesamt aber um ein Grad Celsius. Das ist mehr als bisher angenommen.

"Die Arktis ist ein echter Hotspot des Klimawandels", sagte der Glaziologe Jason Box vom Geological Survey of Denmark and Greenland. Und nur ein Grad Unterschied kann am Nordpol sehr viel ausmachen: Die Gefahr, dass das Polareis im Sommer komplett auftaut, ist bei einem Temperaturanstieg um zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zehnmal höher als bei einer Erwärmung um 1,5 Grad, wie im Klimaabkommen von Paris 2015 vereinbart.

Hitzerekorde im Mai in der Arktis aufgezeichnet

Während sich die Staatsoberhäupter weltweit darum bemühen, die CO2-Emissionen auf der Erde zu reduzieren, weisen die derzeitigen Temperaturen in der Arktis auf einen besorgniserregenden Trend hin, der auch nicht langsamer zu werden scheint. "Eine noch nie dagewesene Hitze in der Arktis heute. Noch heißer als gestern", twitterte der schottische Meteorologe Scott Duncan. 

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"Dieser Teil der Erde spielt verrückt. Die Nordwinde liefern kalte und gefrorene Luft, während die Südwinde außergewöhnliche Hitze mit sich bringen (obwohl sie in der Arktis sind). Die Spannbreite zwischen den Extremen ist gewaltig", erklärte er. "Die arktische Hitze taucht auf, als wäre sie nichts Neues. Die Tatsache, dass wir ständig unsere Möglichkeiten überschreiten und Rekorde in der Arktis brechen, ist Teil des Klimawandels."

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Am Mittwoch erreichten die Temperaturen in der Arktis 30,5 Grad und am Donnerstag sogar 31 Grad Celsius. "Das ist wärmer als es in ganz Europa war", so Duncan. "Sehr ungewöhnlich für jede Jahreszeit, aber verblüffend für den Monat Mai." Laut eines Berichts der Europäischen Union war 2020 das zweitwärmste Jahr in der Arktis seit Beginn der Wetteraufzeichnung.

Dramatische Folgen für das arktische Ökosystem

Klimaexperten zufolge gab es eine Wende im Jahr 2004, als die Temperaturen in der Arktis aus unerklärlichem Grund stark anstiegen. Seitdem steigt die Erderwärmung um 30 Prozent schneller als in den Jahrzehnten zuvor. Die Region verzeichne nun "häufiger und länger Warmzeiten im Winter". Dem Bericht zufolge könnten die Temperaturen in der Arktis bis zum Ende des Jahrhunderts um 3,3 bis zehn Grad im Vergleich zum Durchschnitt im Zeitraum zwischen 1985 und 2014 steigen.

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Der finale Wert hängt davon ab, wie schnell die Treibhausgasemissionen reduziert werden. Die Erderwärmung hat beträchtliche Folgen für das arktische Ökosystem und stellt eine Bedrohung für Mensch und Tier dar. 

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