Klimagipfel in Madrid: Nach wie vor sind viele Fragen offen

In der Theorie gut, in der Praxis nicht

Beim Klimagipfels von Madrid geht es im Kern um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Im Zentrum steht Artikel 6. Darin geht es um die Möglichkeit von Ländern, bei den Klimazielen zusammenzuarbeiten. Etwa durch den Handel von Emissionsrechten.

In der Theorie sieht das alles gut aus. Das Problem ist aber die praktische Umsetzung. Denn die 194 Unterzeichner des Paris-Deals haben alle eigene Interessen.

Der Vertreter Ägyptens, Wael Aboulmagd, sagte: "Das ist alles sehr schwierig, und das müssen wir akzeptieren. Jedes souveräne Land das für die eigenen Interessen beste Ergebnis.

Letztlich glauben aber Ägypten wie auch viele andere Länder daran, dass man einander zuhören muss, um einen Kompromiss zu finden. Alle müssen das Gefühl haben, Gewinner zu sein. Es sollte hier keine Verlierer geben. Jeder muss mit dem Ergebnis zufrieden sein. Denn wenn das nicht gelingt, dann werden wir unserem Ziel, den Klimawandel zu bekämpfen, nicht wirklich näher kommen."

"Wir brauchen ein Abkommen, das funktioniert"

Manche Länder, etwa China, wollen damit punkten, dass sie Klima-Projekte in Entwicklungsländern finanzieren. Andere glauben, Artikel 6 sei zu uneindeutig, so dass am Ende sogar mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gepumpt werden könnten.

Stephen Cornelius vom WWF: "Auf Verhandlungsebene versuchen sie gerade, mögliche Schlupflöcher zu schließen, um sicherzustellen, dass wir ein starkes Abkommen haben. Das wollen wir sehen. Wir wollen ein starkes Abkommen, ein Regelwerk, das funktioniert. Wir hoffen, dass das hier in Madrid erledigt werden kann."

Insgesamt geht es im Artikel 6 um fast 700 strittige und unklare Punkte. Es wird also nicht einfach. Sollte es nicht gelingen, die noch offenen Fragen zu klären, wird wieder ein Jahr verstreichen bis zum nächsten Klimagipfel. Und eigentlich wollte man die Lücken schon vergangenes Jahr beim Klimatreffen in Kattowitz schließen.