Klimakrise: Annalena Baerbock will Sofortprogramm, das "im Heute handelt"

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Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, will ein "Klimaschutz-Sofortprogramm" auf den Weg bringen, um weitere Katastrophen zu verhindern. (Bild: ARD )
Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, will ein "Klimaschutz-Sofortprogramm" auf den Weg bringen, um weitere Katastrophen zu verhindern. (Bild: ARD )

Sollte Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) im September zur Bundeskanzlerin gewählt werden, will sie ein "Klimaschutz-Sofortprogramm" auf den Weg bringen. Dies erklärte die 40-Jährige vor dem Hintergrund der jüngsten Unwetterkatastrophen im "ARD-Morgenmagazin".

Nach den schweren Unwetterkatastrophen in Westdeutschland und Bayern und dem missglückten Auftritt von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet stellten sich im "ARD-Morgenmagazin" am Montag mehrere Fragen: Wie sollte die Politik auf eine derartige Unglückssituation reagieren? Und was kann man künftig besser machen?

"Mir war es wichtig, vor Ort zu sein, Menschen zuzuhören, die alles verloren haben, und vor allem mit den vielen Helferinnen und Helfern zu sprechen", erklärte die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, im Gespräch mit der Moderatorin Anke Plättner. Im Gegensatz zu Laschet und dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, aber auch dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) entschied sich die 40-Jährige gegen eine mediale Begleitung des Austauschs. Ihr sei es darum gegangen, die Situation zu betrachten: "Was ist an den unterschiedlichen Stellen passiert? Und vor allen Dingen: Was können wir in Zukunft besser machen, um Menschen besser zu schützen, weil diese Extremwetterereignisse ja zunehmen werden?"

"Jedes zehntel Grad zählt"

Die entscheidenden Erkenntnisse formulierte sie nun im "ARD-Morgenmagazin": "Das Wichtigste ist, dass wir begreifen müssen, dass die Klimakrise nicht vor uns Halt macht", erklärte Baerbock. Deshalb müsse die Risikovorsorge massiv verstärkt werden, wobei auch der Bund "eine viel stärkere koordinierende Rolle" übernehmen müsse. "Der zweite Punkt ist, dass wir Klimaanpassungsmaßnahmen brauchen", fuhr Baerbock fort: "Wie schaffen wir es, dass wir Städte umbauen, dass wir Flüssen mehr Raum geben?" "Beim Klimaschutz und bei den Maßnahmen" müsse man "jetzt richtig einen drauf satteln".

Doch was wäre ihre erste Maßnahme als Bundeskanzlerin, sollte sie die Wahl am 26. September gewinnen? "Ein Klimaschutz-Sofortprogramm, das nicht Ziele in ferner Zukunft beschreibt, sondern wirklich jetzt im Heute handelt", antwortete Baerbock. Erneuerbare Energie müssten massiv ausgebaut werden: Zwei Prozent der Landesfläche sollten künftig für Windkraft genutzt werden. Denn nur so könne man sich schnellstmöglich von fossilen Brennstoffen verabschieden, die zur Erderwärmung beitragen.

Sie forderte einen Dreiklang aus Klimavorsorge, Klimaanpassung und Klimaschutz, doch vor allem die Vorsorge sei derzeit wichtig: "Wie können wir die Warnketten verbessern? Wie können wir dafür sorgen, dass schnellstmöglich Hubschrauber kommen, um Menschen, die tagelang auf den Dächern ausgeharrt haben, frühzeitiger retten zu können?" Außerdem müsse der Bund finanzielle Mittel in die Hand nehmen, um Städte und Kommunen beim Umbau und beim Schutz vor Extremwetterereignissen zu unterstützen. Zuletzt betonte die Grünen-Politikerin: "Es macht einen Unterschied, ob wir erst 2035 aus der Kohle aussteigen oder jetzt, weil jedes zehntel Grad zählt!"

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