5.500 km: Greta Thunberg reist klimaneutral nach New York

Greta Thunberg hat ihre Segeltour über den Atlantik begonnen. Die schwedische Klimaaktivistin ist mit ihrem Vater Svante, den zwei Profiseglern Boris Herrmann und Pierre Casiraghi, sowie Nathan Grossman im englischen Plymouth in See gestochen.

Der Filmemacher plant eine Dokumentation über die Reise.

In rund zwei Wochen will die 16-Jährige mit der Hightech-Jacht "Malizia II" klimaneutral New York erreichen: "Natürlich wird es für jeden auf dem Boot eine Herausforderung werden. Davon muss man ausgehen. Es wird immer Menschen geben, die die Wissenschaft nicht verstehen oder nicht akzeptieren. Das ignoriere ich einfach. Ich handle und kommuniziere nur auf Basis der Wissenschaft. Wenn man da nicht mag, ist das nicht mein Problem" , sagte die junge Klimaaktivistin kurz vor dem Start.

Keine Toilette, keine Dusche, wenig Platz an Bord: Solarpaneele an Deck und Hochseeturbinen liefern die nötige Energie für Navigation und Kommunikation. Der deutsche Skipper Boris Herrmann hat zwar angekündigt, den höchsten Wellen ausweichen zu wollen. Anstrengend und gefährlich wird die Reise für die segelunerfahrene Thunberg trotzdem. 90 Prozent der Teamkosten übernimmt nach Angaben Herrmanns Monaco.

Die 16-Jährige weiß noch nicht, wie sie wieder nach Hause kommt

Die Klimaaktivistin fliegt nicht, weil Flugzeuge große Mengen Treibhausgase ausstoßen. Sie hatte länger nach einer klimaschonenden Alternative für ihre Reise in die USA gesucht. Dort will sie unter anderem im September am UN-Klimagipfel in New York teilnehmen. Auch bei der COP25 in Chile und bei weiteren Veranstaltungen in den USA, Kanada und Mexiko will Greta für mehr Klimaschutz werben. Die 16-Jährige, die gerade ein Jahr lang Schule pausiert, weiß noch nicht, wie sie wieder nach Hause kommt.

Thunberg fordert eine beherztere Klimapolitik

Der Start von Thunbergs Atlantiküberquerung fällt beinahe genau auf den Jahrestag des Beginns ihrer Protestaktion: Am 20. August 2018 hatte sich die damals 15-Jährige vor den Stockholmer Reichstag gesetzt, um eine beherztere Klimapolitik Schwedens sowie ein Einhalten der Pariser Klimaziele einzufordern. Aus der Protestaktion hat sich die internationale Klimaschutzbewegung Fridays for Future entwickelt.

Abertausende vor allem junge Menschen protestieren seit Monaten regelmäßig für mehr Klimaschutz. Auch in Deutschland gehen freitags viele Schüler und Studenten, aber auch Forscher und andere Anhänger nach dem Vorbild Thunbergs zum Klimaprotest auf die Straße.

Das prominente Gesicht der Bewegung ist Greta Thunberg. Neben viel Kritik ist sie für viele Beobachter ein mutiges Mädchen mit Asperger-Syndrom, das mit ansteckendem jugendlichem Idealismus die Klimadiskussion anfacht.