Klimaschutz-Umfrage: Deutsche wollen Anreize statt Verbote

Ein Plakat vor dem Fridays-for-Future-Kongress in Dortmund. Eine Mehrheit der Deutschen will keine Verbote, um die Klimakrise zu bekämpfen. Foto: Guido Kirchner

Eine Umfrage zeigt einmal mehr sehr vielschichtige Haltungen der Deutschen zur Klimakrise: Für Klimaschutz würden viele zwar sogar Geld zahlen. Ansonsten sind aber eher sanfte Konzepte beliebt.

Berlin (dpa) - Die wahlberechtigten Deutschen setzen beim Klimaschutz eher auf Anreize statt auf Verbote. 72 Prozent der Umfrageteilnehmer des ARD-«Deutschlandtrends» vom Donnerstag sprachen sich für eine derartige Förderung aus. 15 Prozent wollten dagegen klimaschädliches Verhalten ahnden.

Besonders stark befürworteten Anhänger von SPD (80 Prozent), FDP (78 Prozent) und der Union (77 Prozent) das Anreiz-Modell. Bei den Linken sprachen sich 72 Prozent dafür aus. Am wenigsten Zustimmung für die Förderungen gab es bei den Grünen (65 Prozent) und der AfD (61 Prozent) - Anhänger beider Parteien befürworteten eher Verbote (Grüne 23 Prozent, AfD 15 Prozent).

Eine Mehrheit der Umfrageteilnehmer erklärte sich bereit, den Umwelt- und Klimaschutz auch finanziell zu unterstützen. Die meisten Wahlberechtigten wären mit einer monatlichen Spende von 1 bis 25 Euro (21 Prozent) oder 26 bis 50 Euro (20 Prozent) einverstanden. Nur 21 Prozent wollte keinen monatlichen Beitrag dafür aufwenden.

Eine überwältigende Mehrheit (97 Prozent) befürwortete die Förderung von Innovationen und Forschung. 92 Prozent sprachen sich für den Ausbau erneuerbarer Energien aus.