Klimawandel: Ozeane so warm wie noch nie

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Es ist schon wieder ein trauriger neuer Rekord: Zum sechsten Mal in Folge wurden so hohe Temperaturen der Ozeane gemessen, wie niemals zuvor.

Die Meere erhitzen sich und die Eisberge schmelzen, warnen Wissenschaftler in ihrer neuen Studie. (Bild: Getty Images)
Die Meere erhitzen sich und die Eisberge schmelzen, warnen Wissenschaftler in ihrer neuen Studie. (Bild: Getty Images)

Eine neue Klimastudie, die im Fachmagazin Advances in Atmospheric Sciences veröffentlich wurde, bestätigt nun die Befürchtungen: Das Erdklima verändert sich schneller als befürchtet und das zeigt sich auch an der Erhitzung der Weltmeere. Obwohl das Naturphänomen namens "La Niña" den Pazifik sogar noch abkühlte, wurden in den oberen 2.000 Metern neue Rekordtemperaturen gemessen.

Die Wissenschaftler lassen keinen Zweifel daran, dass die aufgeheizten Ozeane ein direktes Resultat menschengemachter Klimaerwärmung sind. Dem britischen Guardian sagte Kevin Trenberth, Co-Autor der Studio und Klimaforscher am National Center for Atmospheric Research im US-Bundesstaat Colorado: "Die Wärmemasse des Ozeans steigt global unerbittlich an. Dies ist ein primärer Indikator des von Menschen gemachten Klimawandels."

Direkter Einfluss auf unser Wetter

Die Effekte sind keineswegs harmlos. Und auch längst nicht nur langfristig, wie etwa das Abschmelzen der Eismassen. Denn wärmere Ozeane haben einen direkten Einfluss auf unser Wetter. Durch das wärmere Wasser werden Orkane schneller aufgeladen, auch extremer Regen wird durch den Temperaturanstieg häufiger vorkommen. Dazu werden die Eisflächen in Grönland und der Antarktis schneller schmelzen und die Meeresspiegel dadurch gefährlich ansteigen, warnen die Wissenschaftler.

Ozeane nehmen Großteil der Hitze auf

Mehr als 90 Prozent der zusätzlich durch fossile Brennstoffe verursachten Hitze wird von den Ozeanen aufgenommen. Das hat katastrophale Auswirkungen auf das biologische Gleichgewicht der Meere. Korallenriffe sterben, auch die ohnehin durch Überfischung dezimierten Fischbestände leiden extrem unter den Bedingungen. Und der Anstieg der Wärme ist gigantisch. Im vergangenen Jahr war er 14 Zettajoules höher, als im Jahr zuvor. Das ist 145 mal soviel, wie die gesamte Elektrizitätserzeugung der Erde.

Am stärksten betroffen sind der Atlantik und die südlichen Ozeane, heißt es in der Studie. Doch auch Pazifik und Mittelmeer zeigen stark ansteigende Temperaturen. Bis eine weltweite Klimaneutralität erreicht sei, werde sich diese Entwicklung fortsetzen, so die Autoren der Studie. Auch in diesem Jahr seien wieder neue Rekorde zu erwarten, warnte die Wissenschaftler im Guardian-Interview.

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