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Klopps Spitze gegen Scholl: "Nicht wichtig, was er sagt"

Jürgen Klopp kann die Kritik von Mehmet Scholl an der jungen Trainer-Generation in Deutschland nicht nachvollziehen

Jürgen Klopp hat mit einem deutlichen Plädoyer für die junge Trainer-Generation in Deutschland auf die harsche Kritik von Mehmet Scholl an den sogenannten Laptop-Trainern reagiert.

"Ich mag Mehmet Scholl. Ich kenne ihn nicht besonders gut, aber ich mochte ihn als Spieler sehr. Und danach habe ich ihn ab und zu mal getroffen, er ist wirklich ein netter Kerl, und offensichtlich macht er sich viele Gedanken über Fußball. Und es steckt ja immer ein bisschen Wahrheit drin in Dingen, die Mehmet Scholl sagt. Nur: Es ist natürlich nicht die Wahrheit", sagte der Teammanager des FC Liverpool in einem Beitrag des ZDF-Sportstudio, wo mit Hannes Wolf vom VfB Stuttgart ein Trainer der jüngeren Riege zu Gast war.

"Sind nicht über Nacht in den Job gekommen"

Ex-Nationalspieler Scholl hatte im Dezember im Bayrischen Rundfunk die junge Trainer-Generation kritisiert: "Die Tedescos, die Wolfs, sie sprießen aus dem Boden und der deutsche Fußball wird sein blaues Wunder erleben. Oben kommt eine weichgespülte Masse an, die erfolgreich sein wird, aber niemals das Große gewinnen wird."

Klopp stellte dazu nun klar: "Die ganzen jungen Trainer, die heute hochkommen, die haben alle ein Top-Ausbildung genossen. Im Gegensatz zu früher haben die - etwa Hannes Wolf - bevor er in die Bundesliga kam schon sieben Jahre eine Fußball-Mannschaft trainiert, nicht irgendjemanden, sondern auf Top-Niveau, nur halt im Jugendbereich. Domenico Tedesco hat das Gleiche gemacht. Julian Nagelsmann hat das Gleiche gemacht, die sind nicht über Nacht irgendwie in den Job gekommen."

"Nicht wichtig, was Scholl sagt"

Der frühere BVB-Trainer drehte den Spieß um und meinte, dass ehemalige Spielern, insbesondere Ex-Top-Stars, zu früh zu viel wollen würden:

"Wenn diese Ex-Profis heute bereit wären, diesen Weg auch zu gehen und nicht von vornherein die großen Spieler sagen würden, 'Ich muss auf einem gewissen Niveau trainieren', 'Ich muss jetzt schon Bundesliga als ersten Verein haben'. Wenn die bereit wären, auf einem gesunden Niveau anzufangen, um den Job zu lernen, denn man muss ihn lernen. Er hat mit dem Job Fußball-Profi nichts zu tun. Man muss eine Mannschaft leiten und nicht in einer Mannschaft spielen, und das ist ein Riesen-Unterschied."

Und weiter: "Deshalb hoffe ich, dass sowohl Hannes (Wolf), als auch Tedesco, Nagelsmann, wie sie alle heißen, wahrscheinlich habe ich ein paar vergessen, Sandro Schwarz, dass sie sich einfach keine Gedanken machen, was Mehmet Scholl sagt, weil es nicht wichtig ist. Es ist eine Meinung, und die darf er vertreten. Aber die Jungs haben alle das Zeug, ihren Weg zu gehen in einem unfassbar schweren Umfeld, nämlich der Öffentlichkeit. Alles, was wir machen, was die Burschen machen, wird jeden Tag beurteilt, jeden Tag kontrolliert und ist dementsprechend nicht jeden Tag Zuckerschlecken."