KMK-Präsident: EU-Ausländer stellen Schulen vor Probleme

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), der hessische Ressortchef Alexander Lorz (CDU), hält Kinder aus dem EU-Ausland für ein unterschätztes Problem an deutschen Schulen. Mittlerweile seien nicht mehr Flüchtlingskinder die "größte Herausforderung", sagte Lorz der "Welt" vom Donnerstag. Die Neuzugänge aus dieser Gruppe seien deutlich zurückgegangen. Kinder aus dem EU-Ausland kämen aber "ebenfalls oft ohne Sprachkenntnisse. Um sie müssen wir uns besser kümmern als bisher."

Lorz regte an, die für Flüchtlingskinder eingerichteten separaten Deutschklassen auch für Zuwandererkinder aus der EU zu nutzen. "Separate Deutschklassen nützen nicht nur Flüchtlingen, sie nützen auch Menschen aus Osteuropa, aus Spanien oder Italien", sagte er der "Welt". "Die Sprachfähigkeit ist entscheidend, nicht der Status."

Der Minister wandte sich zugleich gegen einen zu frühen Fremdsprachenunterricht auf Kosten der Deutschstunden. Er sehe "Fremdsprachenvermittlung nicht als primäre Aufgabe der Grundschule". Der Fokus müsse ganz klar auf dem Deutschen liegen, sagte Lorz. Daher sei es auch nötig, wieder mehr Deutsch zu unterrichten.