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Knochen von vermisstem Zweijährigen in Südfrankreich gefunden

Neun Monate nach dem Verschwinden des zweijährigen Emile in Südfrankreich sind Knochen des vermissten Kleinkindes gefunden worden. Dutzende Ermittler durchsuchten am Montag die Gegend. (CHRISTOPHE SIMON)
Neun Monate nach dem Verschwinden des zweijährigen Emile in Südfrankreich sind Knochen des vermissten Kleinkindes gefunden worden. Dutzende Ermittler durchsuchten am Montag die Gegend. (CHRISTOPHE SIMON)

Neun Monate nach dem Verschwinden des zweijährigen Emile in Südfrankreich sind Knochen des vermissten Kleinkindes gefunden worden. Die Polizei sei am Samstag über den Fund nahe dem Weiler Haut-Vernet in den Seealpen informiert worden, erklärte Staatsanwalt Jean-Luc Blachon am Sonntag. Gentests hätten zu der Schlussfolgerung geführt, "dass es die Knochen des Kindes Emile" seien. Dutzende Ermittler durchsuchten am Montag die Gegend.

Es sei unsicher, ob die Todesursache und -Umstände geklärt werden könnten, sagte Gendarmeriesprecherin Marie-Laure Pezant am Montag dem Sender France Info. "Wir haben einen Teil der Knochen, wir werden vielleicht nicht alle Elemente haben, um die Todesumstände zu bestimmen", sagte Pezant weiter.

Eine Wandererin hatte am Samstag Knochen gefunden, darunter den Schädel des Kindes. Der Fundort befinde sich in "einem Gebiet mitten in der Natur, das steil und nicht immer leicht zugänglich ist" und seit dem Verschwinden Emiles mehrfach durchsucht worden sei, fuhr Pezant fort.

Der zweijährige Emile war am 8. Juli 2023, dem ersten Tag der Sommerferien, verschwunden, während er bei seinen Großeltern in dem kleinen Dörfchen nördlich von Digne-les-Bains zu Besuch war. Nachbarn hatten ihn zuletzt am späten Nachmittag gesehen, wie er alleine eine Straße in Haut-Vernet entlanggelaufen war. Eine massive Suchaktion mit dutzenden Polizisten, Soldaten, Spürhunden, einem Hubschrauber und Drohnen blieb damals ergebnislos.

Die Suche wurde nach einigen Tagen eingestellt, die Ermittlungen gingen jedoch weiter. Weder ein Unfall noch eine Entführung wurden ausgeschlossen.

Am Donnerstag war die Polizei in den Weiler zurückgekehrt und hatte die Gegend abgesperrt. Eine Gruppe von 17 Leuten, darunter Familienmitglieder, Nachbarn und Zeugen, sollten die letzten Momente vor dem Verschwinden des Kindes nachvollziehen. Drohnen zeichneten die Nachstellung auf.

Die Polizei kündigte an, nach dem Fund vom Samstag weitere Suchaktionen in dem Gebiet vornehmen zu wollen. Dafür wurde das Dörfchen mit 25 Bewohnern erneut von der Außenwelt abgeriegelt. Wie AFP-Journalisten beobachteten, war die einzige Straße vom Dorf Le Vernet zum Weiler Haut-Vernet mit einer Straßensperre blockiert. Nur Fahrzeuge der Gendarmerie passierten die Blockade.

"Die Suche dauert so lange, wie es notwendig ist", sagte der Kommandeur der Gendarmeriegruppe Alpes-de-Haute-Provence, Pierre-Yves Bardy, bei einer Pressekonferenz. Es müsse verhindert werden, dass Wanderer und andere Menschen den Fundort "verschmutzen". Es werde mit internationaler Expertise in dem Bereich gearbeitet.

Mithilfe von Anthropologen werde versucht zu bestimmen, ob sich die Knochen seit dem Verschwinden des Kindes dort befänden oder "ob sie von einer menschlichen Person, einem Tier" oder gar "den Wetterbedingungen" dorthin gebracht wurden, sagte Gendarmeriesprecherin Pezant weiter. "Wenn Sie eine Leiche abgelegt haben, haben Sie Elemente im Boden, die erkennen lassen, dass die Leiche eine gewisse Zeit auf diesem Boden gelegen hat", sagte sie.

oer/lan