Knochenbruch nach Prügelei bei Stunksitzung: Verfahren gegen Geldbuße eingestellt

Der Kölner drohte ebenfalls mit einer Bombenattrappe.

Als Gerhard D. sich am 9. Februar des vergangenen Jahres mit seiner Familie und Freuden zur Stunksitzung im Mülheimer E-Werk aufmachte, da konnte er nicht ahnen, was für einen Stunk er dort erleben würde.

Der Ärger war von solcher Art, dass er ihm eine Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung einbrachte. Am Montag musste sich der 26-Jährige vor dem Kölner Amtsgericht verantworten. Trotz allem was für den Angeklagten sprach, mochte ihn der Staatsanwalt nicht gänzlich ungeschoren davonkommen lassen.

So wurde das Verfahren nur unter der Bedingung eingestellt, dass Gerhard D. (Name geändert) 150 Euro Geldbuße an die Staatskasse zahlt. Einen Eintrag ins Bundeszentralregister der Vorstrafen ist damit vermieden.

„Reflexhaft“ zugeschlagen

Nach der Schilderung des 26-Jährigen, der mit einem Minijob 450 Euro verdient und bei den Eltern wohnt, saß während der Vorstellung im E-Werk ein Mann in der Nähe, der „äußerst aggressiv“ herumpöbelte und laufend Leute belästigte. Mehrmals sei das Wachpersonal gerufen worden, habe den Mann aber nicht rausgeschmissen, weil er mit den „Stunkern“ allem Anschein nach gut bekannt gewesen sei.

Schließlich will Gerhard D. dem Störenfried auf die Schulter getippt und gefragt haben, warum er so viel „Stress“ mache. „Er fing an zu treten, mich aufs Übelste zu beleidigenden und sagte, ich solle die Fresse halten.“

Linker Jochbogen mehrfach gebrochen

Als die Vorstellung beendet war und die Besucher sich zum Gehen wandten, trafen die beiden Männer noch einmal aufeinander. Der Pöbler habe zu einer Kopfnuss ausgeholt, sagte Gerhard D., deshalb habe ihm reflexhaft einmal ins Gesicht geschlagen. Ein Arzt stellte fest, dass der linke Jochbogen des Opfers mehrfach gebrochen und verrutscht war.

14 Zeugen könnten bestätigen, dass der andere Gast mit seinen Provokationen gestört habe, sagte die Verteidigerin und rechtfertigte den Schlag ihres Mandanten mit Notwehr. Der Staatsanwalt ließ jedoch nicht locker: „Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes Faustrecht ausgeübt.“ Wenigstens eine Geldbuße müsse sein. (cs)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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