Koala in Australien an Pfeiler geschraubt

Ein an einem Pfeiler festgeschraubter toter Koala hat in Australien Empörung ausgelöst. Unklar war, ob das Tier bereits tot war, bevor es festgeschraubt wurde

Empörung über einen an einem Pfeiler festgeschraubten Koala in Australien: "Dieser arme Koala ist mit Industrieschrauben an dem Pfeiler festgeschraubt worden", erklärte die Organisation Koala Rescue Queensland (KRQ) am Donnerstag, nachdem das Tier auf einem Picknickplatz in Ostaustralien tot aufgefunden worden war. "Er ist tot, aber es ist unklar, ob er schon tot war, bevor er festgeschraubt wurde."

Die KRQ war am Mittwoch zu einem Rastplatz nahe Gympie, 175 Kilometer nördlich von Brisbane, gerufen worden, weil ein Koala dort angeblich an einem Unterstand hochkletterte. Bei näherer Betrachtung stellte sich jedoch heraus, dass das Tier an einem Pfeiler festgeschraubt war.

KRQ-Präsident Murray Chambers zeigte sich entsetzt: "Wir haben mehrere erschossene Koalas erlebt. Es gab welche, die absichtlich überfahren wurden. Aber es ist das erste Mal, dass irgendein Spinner tatsächlich einen Koala an einem Gebäude festgeschraubt hat", sagte er dem Sender ABC. "Was ist mit der Gesellschaft los? Mir wird einfach schlecht."

Auch im Internet gab es empörte Reaktionen. In hunderten Kommentaren auf der KRQ-Facebook-Seite wurde die "widerliche" Tat verurteilt. Bereits im November war im Bundesstaat Victoria ein misshandelter Koala gefunden worden, dem Tier waren beide Ohren abgeschnitten worden. In derselben Gegend hatte es nach Polizeiangaben auch Fälle von misshandelten Kängurus und Wallabys gegeben.

Der Koala ist wie das Känguru ein Symboltier Australiens. Das zur Familie der Beuteltiere gehörende Tier mit dem grauen Fell und der markanten schwarzen Nase ist jedoch zunehmend bedroht. Die Gründe sind der Verlust seines natürlichen Lebensraumes, Krankheiten, Angriffe von Hunden und Buschbrände.

Bei der Ankunft der ersten britischen Siedler in Australien 1788 lebten auf dem Kontinent mehr als zehn Millionen Koalas - im Jahr 2012 waren es noch etwa 330.000. Weil die Tiere in Baumkronen leben, sind exakte Zählungen allerdings schwierig.

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