Kochsalzlösung statt Impfstoff: Polizei ermittelt gegen Mitarbeiterin von Impfzentrum

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Fläschchen mit Biontech-Impfstoff

In Niedersachsen ermittelt die Polizei wegen möglicher Körperverletzung gegen eine Mitarbeiterin eines Impfzentrums, die bei sechs Impfungen gegen das Coronavirus den Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht haben soll. Wie die Polizeiinspektion Wilhelmshaven und der Landkreis Friesland am Sonntag mitteilten, gab die Frau an, sie habe damit eine zu Boden gefallene Ampulle mit Biontech-Impfstoff ersetzen wollen. Eine Gesundheitsgefahr durch die Kochsalzlösung besteht nach Angaben der Behörden nicht.

Mithilfe von Antikörpertests soll nun herausgefunden werden, wer von den rund 200 Menschen, die an diesem Tag im Impfzentrum Friesland geimpft wurden, lediglich die Lösung statt des Impfstoffs erhielt. Der Vorfall ereignete sich demnach am Mittwoch. Am Samstag habe dann die Frau, die die Aufgabe hatte, die Spritzen für die Impfungen vorzubereiten, einer Kollegin davon berichtet, hieß es. Diese habe daraufhin einen Mitarbeiter des Landkreises informierte.

Landrat Sven Ambrosy (SPD) zeigte sich entsetzt: "Dieser Fall ist zutiefst schockierend und für mich hat jetzt oberste Priorität die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu kontaktieren und zu verhindern, dass solch ein Vorfall wieder möglich wird", erklärte er. Da die Frau alleine gehandelt habe, habe er im Impfzentrum "ab sofort ein Vier-Augen-Prinzip vorgegeben, so dass immer zwei Personen gleichzeitig beim Umgang mit den Impfdosen und Aufziehen der Spritzen beteiligt sind".

jm/jp