Kolumbianer in den USA der Ermordung von Haitis Präsident beschuldigt

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Demonstranten fordern Gerechtigkeit für Moïse (AFP/Richard PIERRIN)

Wegen der Ermordung von Haitis Präsident Jovenel Moïse im vergangenen Juli ist ein kolumbianischer Ex-Soldat festgenommen und in den USA formell beschuldigt worden. Dem 43-jährigen Mario Antonio Palacios wird "Verschwörung zum Mord oder zu einer Entführung außerhalb der Vereinigten Staaten" zur Last gelegt, wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte. Palacios und andere drangen der Staatsanwaltschaft zufolge am 7. Juli 2021 in Moïses Privatresidenz in Haiti ein, um ihn zu töten, "und tatsächlich wurde der Präsident getötet".

Der Kolumbianer war im Oktober in Jamaika festgenommen worden. Er sollte dann aber wegen Mangels an Beweisen in sein Heimatland abgeschoben werden. Bei einer Zwischenlandung in Panama wurde Palacios am Montag erneut festgenommen. Er stimmte nach Angaben von Panamas Einwanderungsbehörde in der Folge einer Auslieferung an die USA zu und wurde nach Miami geflogen. Noch am Dienstag sollte er einem Richter vorgeführt werden. In den USA droht Palacios im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft.

Moïse war in seinem Haus in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince von einem Mordkommando getötet worden. In der Folge wurden drei Kolumbianer von Sicherheitskräften getötet und 18 weitere Kolumbianer zusammen mit zwei US-Bürgern haitianischer Abstammung festgenommen. Später folgten dutzende weitere Festnahmen, darunter mehrere Haitianer.

Die Hintergründe der Tat liegen weiterhin im Dunkeln. Das US-Justizministerium erklärte am Dienstag, ursprünglich sei geplant gewesen, den Präsidenten zu entführen. Daraus sei dann aber der Plan geworden, Moïse zu töten. Der mutmaßliche Kopf des Mordkommandos, ein Mann mit haitianischer und US-Staatsbürgerschaft, ist in Haiti inhaftiert.

Der Regierungschef von Haiti, Ariel Henry, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, er wolle, dass "die Gerechtigkeit für den Mord an Jovenel Moïse triumphieren möge, nicht nur für den ehemaligen Präsidenten, sondern auch für seine Familie und unsere Nation". Am Montag hatte er angegeben, selbst am Wochenende einem Attentat entgangen zu sein.

Die Misere in dem verarmten Karibikstaat ist seit dem Mord an Moïse noch schlimmer geworden. Haiti befindet sich schon seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise.

fml/noe/cp

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