Kolumbiens Ex-Präsident Uribe mit Coronavirus infiziert

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Kolumbiens Ex-Präsident Álvaro Uribe

Der unter Hausarrest stehende Ex-Präsident von Kolumbien, Álvaro Uribe, ist mit dem Coronavirus infiziert. Der 68-Jährige sei einen Tag vor Anordnung des Hausarrests durch das Oberste Gericht des Landes positiv auf das Virus getestet worden, teilte Uribes Partei am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP mit. Der frühere Staatschef sei trotz der Infektion bei "guter Gesundheit".

Uribe befindet sich seit Dienstag im Hausarrest. Das Gericht begründete die Maßnahme damit, dass der Ex-Staatschef versuchen könnte, die Ermittlungen zu einer politischen Affäre zu behindern. Uribe wird in der Affäre Zeugenmanipulation und Bestechung vorgeworfen.

Dem konservativen Politiker droht eine achtjährige Gefängnisstrafe. Er beteuert seine Unschuld. Uribe, der von 2002 bis 2010 Präsident war, hat weiterhin großen politischen Einfluss in dem südamerikanischen Land. Er ist Senator und Vorsitzender der Partei Demokratisches Zentrum.

Die Affäre, die zu seinem Hausarrest geführt hat, datiert in das Jahr 2012 zurück. Uribe hatte damals Anzeige gegen den linksgerichteten Senator Iván Cepeda erstattet. Er warf dem Kontrahenten vor, mit Hilfe falscher Zeugenaussagen ein Komplott gegen ihn geschmiedet zu haben: Uribe sollte nach seiner eigenen Darstellung mit Verbrechen ultrarechter paramilitärischer Gruppierungen in Verbindungen gebracht werden, die jahrzehntelang linksgerichtete Rebellen bekämpft hatten.

Statt gegen Cepeda vorzugehen, eröffnete das Oberste Gericht jedoch ein Verfahren gegen Uribe - unter dem gleichen Vorwurf der Zeugenbeeinflussung gegen einen politischen Gegner. Gegen den Ex-Präsidenten laufen noch andere Untersuchungen der Justiz. Sie beziehen sich teilweise auf das Vorgehen der rechtsgerichteten Paramilitärs im Kampf gegen die linke Guerilla. Zudem leitete das Oberste Gericht Anfang Juni Vorermittlungen gegen Uribe wegen der mutmaßlichen Bespitzelung von Journalisten und Politikern ein.

Uribe hatte die linksgerichtete Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) mit eiserner Hand bekämpfen lassen. Sein Nachfolger Juan Manuel Santos, der von 2010 bis 2018 regierte, vollzog dann einen Kurswechsel und schloss Frieden mit der Farc. Er wurde dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

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